Automatisierung – wo steht China?

2017/06/20

Die Wachstumsraten im Bereich Automatisierung in China sind hoch, das Volumen ist jedoch noch gering, insbesondere relativ zur Größe des Landes – das aber bedeutet „viel Potential für die Zukunft“.

 

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Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

2017/06/14

Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 42% und europäische Aktien sogar um 59% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

In der Analyse gehen wir auf die Gründe näher ein.

 

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Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar auf www.e-fundresearch.com veröffentlicht:
„Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!“

E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

2017/03/19

China rast bei der Elektromobilität allen davon und befindet sich auf dem besten Weg zur globalen Marktführerschaft. Deutschland muss auf diesem Gebiet stark aufholen. Ein Gastbeitrag.

Link zu FAZ Artikel: E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

Das neue China – Was Investoren nicht übersehen sollten

2017/02/22

Chinesische Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Während europäische Aktien (EuroStoxx) in diesem Zeitraum bei lediglich +11% liegen, steigt der MSCI China Index um 23%. Seit Jahresanfang 2017 sehen wir ein ähnliches Bild: Chinesische Aktien stiegen bisher 6,9%, der EuroStoxx Index liegt bei -1,0%. Das Interesse am chinesischen Aktienmarkt ist zurückgekehrt.

Wir haben in den vergangenen Monaten eine Reihe von Kolumnen über interessante Anlagemöglichkeiten am chinesischen Aktienmarkt publiziert und eine Auswahl hier nochmals zusammengestellt. Diese beschäftigen sich u.a. mit unserer Anlagephilosophie, warum in China eine deutlich andere Portfoliostruktur als jene der gängigen Indizes notwendig ist und beleuchten neben der chinesischen Seidenstraßeninitiative jene Bereiche, auf die sich internationale Investoren bei Ihren Chinainvestments konzentrieren sollten: E-Commerce, Technologie, Gesundheitswesen sowie Dienstleistungen.

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Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße!

2016/12/27

Von Harald Staudinger

„One Belt, One Road“: So heißt der brillante Plan, mit dem China den eurasischen Wirtschaftsraum erschließen will – zum eigenen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Länder entlang dieser neuen Seidenstraße, die China näher an Westeuropa heranrücken soll. Nach unserer Einschätzung zeigen die bereitgestellten Mittel deutlich, dass es China sehr ernst ist mit dem Ausbau der gigantischen Infrastruktur zwischen Peking, Moskau und Venedig. Für Finanzinvestoren bietet das junge Projekt viele Chancen – in China und Europa!

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, mir mit einer österreichischen Wirtschaftsdelegation einen Eindruck über die Dimensionen der Seidenstraße-Initiative zu verschaffen. Diese „Silk Road Exploration Tour“ führte uns von Peking, Xi’an und Urumqi über Khorgos an der kasachischen Grenze bis nach Almaty, dem wirtschaftlichen Zentrum Kasachstans. Ziel war es zu ergründen, wie europäische Investoren und Unternehmen von der „One Belt, One Road“-Initiative (OBOR) profitieren können.

Karte der neuen Seidenstraße

Karte der neuen Seidenstraße



Gigantische finanzielle Mittel für die neue Seidenstraße
Für uns bei ASPOMA Asset Management steht inzwischen außer Frage, dass das Projekt vielen Ländern und Unternehmen in China, Zentralasien und Europa enorme Vorteile bescheren wird. Das zeigen schon die finanziellen Dimensionen: Der „Silk Road Fund“, ein chinesischer Staatsfonds, verfügt derzeit über 40 Milliarden US-Dollar an eigenen Mitteln. Die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), der 45 Mitglieder aus Asien und Europa angehören, hat 100 Milliarden Dollar zur Verfügung, die über den Kredithebel wirken können wie eine ganze Billion. China hat mit rund 30 Prozent den größten Anteil an der AIIB. Last but not least sind die China Development Bank, die Bank of China sowie ICBC involviert – alles Institute, die das Jahrhundert-Projekt dank Pekings politischem Einfluss unterstützen werden.

So bedeutend wie der Fall des Eisernen Vorhangs
„One Belt, One Road“ ist in seinen Dimensionen eigentlich nur mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa vergleichbar. So waren die Grenzen zwischen China und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bis vor Kurzem noch komplett geschlossen. Die Öffnung der Länder entlang der Seidenstraße für Handel und Investitionen mittels Freihandelszonen wird dort spürbaren Wohlstand und zusätzliche Nachfrage für die Weltwirtschaft schaffen. Zudem gelingt es China, ein drängendes Problem zu lösen: Das Land kann durch den Aufbau der Infrastruktur in anderen Ländern einen wesentlichen Teil seiner eigenen Überkapazitäten exportieren. So dürften viele Aufträge für den Bau von Schienenwegen und Straßen sowie die Errichtung von Netzen für die Energieversorgung und Telekommunikation an chinesische Unternehmen gehen. Profitieren sollten aber auch Industrieunternehmen aus Asien und Europa, deren hoch spezialisierte Produkte für ein solches Infrastruktur-Mammutprojekt unverzichtbar sind.

Die neuen Seidenstraße

Die neuen Eisenbahn-Seidenstraße



Leichterer und schnellerer Handel
Unterm Strich wird OBOR den asiatisch-europäischen Handel nicht nur erleichtern, es wird ihn auch deutlich beschleunigen. So entsteht an der Grenze zwischen Westchina und Kasachstan in Khorgos derzeit ein gigantischer Dry Port, wo die Eisenbahn-Container wegen der unterschiedlichen Spurbreiten von der chinesischen auf die kasachische Bahn umgeladen werden. Dadurch gelangen Waren nun auch auf dem Schienenweg von China nach Europa – und zwar bald innerhalb von 10 Tagen. Das ist zum einen deutlich schneller als per Schiff (40 Tage), womit bislang schwere und sperrige Güter transportiert werden. Zum anderen ist dies nur unwesentlich langsamer als mit dem Flugzeug (5 Tage), aber bei weitem günstiger. Asien und Europa kommen sich dadurch sehr nahe, die Wettbewerbsposition europäischer und chinesischer Unternehmen verändert sich damit deutlich.

„One Belt, One Road“ – das Beste kommt noch!
Aus Sicht von Finanzinvestoren dürfte die beste Nachricht jedoch sein, dass das Projekt uns über viele Jahre beschäftigen wird, aber derzeit noch in den Kinderschuhen steckt. So wurden die Asian Infrastructure Investment Bank und der Silk Road Fund erst in den vergangenen zwei Jahren gegründet. Der Großteil des milliardenschweren Investitionsvolumens wird daher erst in den nächsten Jahren als Aufträge an die Unternehmen vergeben werden, was Anlegern genug Zeit lässt, um sich zu positionieren. Wir bei ASPOMA Asset Management analysieren im Detail, welche Unternehmen in China und Europa zu den Gewinnern und Verlierern des Ausbaus der neuen Seidenstraße zählen werden.

Zum Beitrag auf dasinvestment.com

Mehr zur neuen Seidenstraße in einem Artikel der FAZ: Handelswege der Zukunft – Chinas Neue Seidenstraße

Chinas Börse: Vor der nächsten Kursexplosion?

2016/12/01

Von Clemens Kustner

China im November 2016: Neben erfreulichen Konjunkturzahlen und günstig bewerteten Aktien gibt es jetzt einen weiteren Grund für Anleger, sich im Reich der Mitte umzusehen. In Kürze dürfen Millionen von Chinesen Aktien kaufen, die an der Hongkonger Börse gelistet sind. Viele Titel dort werden mit satten Abschlägen gegenüber den Festlandsbörsen gehandelt – ein ideales Umfeld für spürbar steigende Kurse!

Festlands-Chinesen handeln Aktien an den Börsen in Shanghai und Shenzhen, während ausländische Investoren vor allem an der Hongkonger Börse aktiv sind. Die dort gehandelten H-Aktien sind in den meisten Fällen günstiger bewertet als Titel, die an den Festlandsbörsen gelistet sind. Versuche, die Börse in Hong Kong mit den Börsen auf dem Festland zu verbinden, gab es schon früher. Doch nun kommt die Öffnung der Börse in Hong Kong für chinesische Investoren richtig in Gang: Zwischen Hongkong und Shanghai besteht bereits seit 2014 ein sogenannter Connect. Damit konnten Festlands-Chinesen erstmals relativ frei an der Börse der früheren britischen Kolonie Aktien kaufen, die auf dem Festland nicht gehandelt werden oder in Hongkong eine günstigere Bewertung haben. Jetzt kommt die Verbindung zwischen Hong Kong und Shenzhen dazu.

Chinesen sind scharf auf Small Caps
Parallel zu diesem weiteren Connect zwischen den Börsen auf dem Festland und Hongkong werden fortlaufend technische und administrative Hürden abgebaut. Die Politik will so den chinesischen Kapitalmarkt Stück für Stück vereinheitlichen. Ziel ist, dass der Aktienhandel nicht nur die bisherige „Kapitalmarktgrenze“ zwischen Hong Kong und China überschreitet, sondern sich erheblich ausweitet. Erneut wird damit viel Geld vom Festland in Aktien fließen, die in Hongkong gelistet sind. Aus Sicht der Festlands-Chinesen besonders attraktiv: In Hongkong werden mehr als 80 Mid- und Small Cap-Aktien gehandelt, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Dazu gehört etwa Brilliance Automotive, ein Unternehmen, das mit BMW seit 2003 ein Joint-Venture betreibt.

In Hongkong kosten Aktien die Hälfte
Aus westlicher Sicht interessant sind vor allem die Bewertungsunterschiede an den beiden Börsen. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aller Aktien für die kommenden zwölf Monate an der Börse Shenzhen beläuft sich auf 22,5; in Hongkong liegt dieses KGV jedoch nur bei 11,6. Wenn nun der Connect zwischen den Börsen in Shenzhen und Hongkong Wirklichkeit wird, werden sich die auseinander klaffenden Bewertungen annähern – vermutlich indem das KGV in Shenzhen sinkt, während es in Hongkong (deutlich) steigt.

Gute Chancen dank krasser Unterschiede
Welche Chancen sich durch die bessere Handelbarkeit der Aktien ergeben können, lässt sich am besten mit Unternehmen illustrieren, deren Aktien auf dem Festland sowie in Hongkong gelistet sind. So werden die Aktien von Air China und Petrochina in Hongkong mit einem Abschlag von 30 bzw. 40 Prozent gegenüber dem Festland gehandelt – dort zahlen die Anleger also das Eineinhalbfache und mehr als in der früheren britischen Kronkolonie. Ausgeprägter noch sind die Abschläge bei Guangzhou Auto und Yanzhou Coal, die in Hongkong nur 40 Prozent bzw. 33 Prozent dessen kosten, was die Festländer derzeit zahlen.

Unsere Strategie setzt auf Mid Caps
Anleger aus dem Westen müssen sich natürlich nicht auf diese großen Namen beschränken. In unserer China-Strategie setzen wir auf Unternehmen mit hervorragenden Wachstumsaussichten und attraktiven Bewertungen, insbesondere aus dem Mid-Cap-Bereich. Dass nun bald (viel) Geld vom Festland in diese in Hongkong notierten Aktien fließen wird, macht diesen Herbst zu einem guten Zeitpunkt für Investitionen in China – insbesondere in die von uns favorisierten wachstumsträchtigen Mid Caps.

Zum Beitrag auf www.finanzwelt.de

Die Chinesen und das Internet – eine Love-Story!

2016/10/28

Von Clemens Kustner

Wer wissen will, wie wir künftig einkaufen, lernen und unser soziales Leben organisieren werden, sollte nach China schauen. Nirgendwo sonst ist der Trend zur Digitalisierung stärker als dort, nirgendwo sonst lassen sich die Menschen vorbehaltloser darauf ein. Die Chinesen und das Internet – das ist eine Love-Story, die auch Investoren gut gefallen dürfte.

Wagen wir ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns eine Volkswirtschaft vor, die mit dem Ausbau ihrer Infrastruktur erst vor wenigen Jahren begonnen hat. Anders als in Europa und Amerika gibt es weder ein effizientes Gesundheitswesen noch flächendeckend Supermärkte und Discounter. Ein Telefonnetz im klassischen Sinn ist ebenso wenig vorhanden wie ein dichtes Filialsystem der Banken. Klingt erst mal nicht so gut, aber: Regierung wie auch Unternehmen verfügen über erhebliche Mittel, um zu investieren. Zudem ist der Markt für solche und weitere Dienstleistungen etwa vier Mal so groß wie in den USA.

Wer ist hier das Entwicklungsland?
In eben dieser Situation befindet sich China! Während die Süddeutsche Zeitung Deutschland als „Internet-Entwicklungsland“ bezeichnet, weil der Glasfaser-Ausbau hier nur schleppend gelingt, verwandelt sich das Reich der Mitte rasant und doch relativ unbemerkt in eine internet-basierte Dienstleistungsgesellschaft. Zwischen der Provinz Sichuan im Westen und der Hafenstadt Schanghai im Osten müssen eben kaum alte Zöpfe aus der Offline-Welt abgeschnitten werden. Das aber heißt: Private und öffentliche Investitionen fließen anders als im Westen komplett in neueste Technologien, da kaum alte Infrastruktur vorhanden ist.

Doc Online ist für Chinesen ganz normal
Also lassen die Chinesen das gute alte Telefonnetz links liegen und bauen gleich sehr leistungsfähige Mobilfunknetze auf, mit denen sie ihrer Leidenschaft fürs Internet effektiv frönen können. Das stunden- oder gar tagelange Warten vor einer Klinik sparen sie sich, indem sie den Fleck auf ihrer Haut mit dem Smartphone fotografieren und dem Online-Doc schicken – nur wenn’s ernst scheint, suchen sie persönlich einen Arzt auf. Und immer mehr Verbraucher kaufen Lebensmittel lieber gleich vom Tablet oder PC aus als vor Ort, zumal sie so Staus und urbanes Gedrängel vermeiden. Dass Bankgeschäfte in China quasi nur online erledigt werden, versteht sich fast von selbst.

Internet – der neue Wachstumsmotor Chinas
Diese grundlegende Transformation Chinas spiegelt sich in dem atemberaubenden Tempo wider, in dem die dortige Internet- und Telekom-Branche wächst. Deutsche Investoren nehmen Konzerne wie Alibaba, Tencent, Ctrip oder Baidu bislang nur am Rande wahr. Dabei erschaffen diese Unternehmen umfassende Ökosysteme für Konsumenten und sind so auf dem besten Weg zu Quasi-Monopolen – stärker noch als etwa Alphabet (Google) oder Amazon. Alibaba etwa dominiert die Bereiche E-Commerce und Logistik, Cloud-Service und Finanzen; Tencent ist bei Spielen, sozialen Medien, Soft- und Hardware sowie digitalen Inhalten führend. Baidu, das die gleichnamige Suchmaschine betreibt, ist in den Online-to-Offline-Sektoren Gesundheit, Erziehung sowie lokale Lieferdienste stark vertreten.

Günstige Bewertung und großes Potenzial
Dieses Potenzial erkennt auch die Börse. Seit Jahresbeginn trägt der Internet-Sektor den Löwenanteil zum Plus von neun Prozent (in Dollar) bei, den der MSCI China-Index bis 30. September verbuchte. Ausgereizt ist das Potenzial unserer Meinung noch lange nicht. Denn Alibaba, aber auch andere kleinere und innovative Unternehmen profitieren stark von dem Trend zur forcierten Digitalisierung sowie der hohen Internet-Affinität der Chinesen – schon jetzt kaufen sie prozentual deutlich mehr online ein als Amerikaner. Wir sind daher davon überzeugt, dass die Umsätze und Gewinne in dem Sektor in den kommenden Jahren stark steigen werden.

Investoren, die sich längerfristig für aussichtsreiche Internet- bzw. Technologie-Investments interessieren, sind also gut beraten, einen Blick ins Reich der Mitte zu werfen. Mit unserer China-Strategie nehmen wir jene Unternehmen in den Fokus, die überdurchschnittlich von diesen Trends profitieren und zudem günstig bewertet sind.

Zum Beitrag auf www.dasinvestment.com

Chinas Yuan wird zur Weltwährung

2016/10/04

Der IWF kürt den Yuan zur fünften globalen Leitwährung. Es ist die erste Neuaufnahme seit der Einführung des Euro.

Der chinesische Yuan ist seit diesem Samstag neben dem US-Dollar, dem Euro, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund offiziell die fünfte Leitwährung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nahm den auch als Renminbi bekannte Yuan in den sogenannten Währungskorb auf.

Für China, das wegen seiner Währungspolitik bereits mehrfach in die Kritik geriet, ist die Kür des Yuan zu einer der Weltreservewährungen ein Meilenstein im Bemühen um die Anerkennung des Landes als globale Wirtschaftsmacht.

Der IWF hatte die Aufnahme des Yuan im vergangenen Jahr angekündigt. Mit grösseren Auswirkungen auf die Finanzmärkte wird daher nicht gerechnet. Der Währungskorb bildet die Werte-Grundlage für die Kunstwährung des Fonds, die Sonderziehungsrechte. Über diese werden die Beiträge der IWF-Mitglieder (Quoten), wie auch ihre Kreditmöglichkeiten beim Fonds bemessen.

Quelle: Chinas Yuan wird zur Weltwährung – Wirtschaft – tagesanzeiger.ch

Wann überrundet China den Westen?

2016/08/10

Von Clemens Kustner

China hat allein in den vergangenen drei Jahren mehr Zement verbaut als die USA in den letzten 100 Jahren. Während der Westen dies als sicheres Zeichen für sinnlose Überinvestitionen wertet, übersehen die Kritiker: China pumpt den Zement vor allem in Straßen, (Flug-)Häfen und Eisenbahnen und investiert massiv in Energienetze und Telekommunikation. Setzt sich dieser Trend fort, wird das Land bald eine viel modernere und leistungsfähigere Infrastruktur haben als die meisten westlichen Länder – mit erheblichen Folgen für Firmen und Investoren.

Vielleicht sind wir im Westen zu sehr daran gewöhnt, als dass es uns auffallen würde: Eine nationale Ökonomie kann nur prosperieren, wenn das Land über ausreichende und intakte Verkehrswege verfügt und die Wasser- sowie Energieversorgung auf modernem Stand sind. Zudem braucht es ein umfassendes und leistungsfähiges Netz für die Telekommunikation, um in der digitalen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Peking deklassiert Washington & Co
China gibt für all dies seit Jahren einen höheren Anteil aus als Nordamerika und Westeuropa zusammen, wie das McKinsey Global Institute (MGI) in einer kürzlich veröffentlichten Studie ermittelt hat. So flossen dort von 1992 bis 2013 im Jahr durchschnittlich 8,6 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) in den Bau von Straßen, Eisenbahnen, Häfen, Flughäfen und anderen Infrastruktur-Projekten. Die Europäische Union wie auch die USA haben im selben Zeitraum gerade einmal je 2,5 Prozent ihres BSP in solche Maßnahmen investiert – insbesondere mit der Finanzkrise ist der Investitions-Elan im Westen erlahmt.

20 Prozent Rendite dank Infrastruktur
Nun sollte man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, denn die entwickelten Industrieländer des Westens verfügen über einen größeren Kapitalstock als das Noch-immer-Schwellenland China – die Ausgangslage bei der Infrastruktur in Europa und den USA ist somit eine andere als zwischen Himalaya und Ostchinesischem Meer, wo noch deutlich mehr investiert werden muss. Doch ebenso wahr ist: Jeder Euro, Dollar oder Yuan, der in Straßen, Eisenbahnen oder Häfen investiert wird, führt nicht nur unverzüglich zu Einkommen bei allen, die an diesen Projekten beteiligt sind. Experten schätzen auch, dass 5 Dollar, die in die Infrastruktur fließen, das Bruttosozialprodukt auf lange Sicht um 1 Dollar steigern. Zu dieser „20-Prozent-Rendite“ kommt es, weil die betreffende Region produktiver wird – etwa indem Verkehrs- und Transportzeiten sinken, sichere Elektrizität für mehr Produktion sorgt und sich die Menschen in die digitale Weltwirtschaft einklinken können.

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Autobahn-Kreuzung in China mit fünf Ebenen



Geraten Europa und USA ins Hintertreffen?
Schreibt man den aktuellen Trend in die kommenden Jahrzehnte fort, ist klar: Wenn die entwickelte Welt nicht mehr Geld in ihre zunehmend marode Infrastruktur pumpt und China seine hohe Quote beibehält, werden Europa und Nordamerika irgendwann ins Hintertreffen geraten – zum Schaden der dortigen Unternehmen, Arbeitnehmer und Bürger. Zudem wird das Wachstum dies- und jenseits des Atlantiks deutlich schwächer ausfallen als bisher. Die Lektion für den Westen lautet: Nur mit einer guten Infrastruktur können private Unternehmen effizient und günstig produzieren und Wohlstand schaffen.

China schafft Basis für Wachstum
China indes schafft mit seinen vielen Infrastruktur-Projekten bereits die Basis für ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum seiner Wirtschaft, die mehr als 1,3 Milliarden Konsumenten umfasst. In 10 oder 20 Jahren wird es niemanden mehr interessieren, ob diese Autobahn oder jene Brücke nach soliden kaufmännischen Kriterien finanziert wurde. Entscheidend ist dann vielmehr, dass eine exzellente und moderne Infrastruktur existiert, mit der private Unternehmen den riesigen chinesischen Markt effizient und kostengünstig bedienen können.

Die hervorragenden Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, können Investoren mit aktiv gemanagten China-Fonds nutzen. Voraussetzung ist, dass die Fonds unabhängig von Benchmarks auf unterbewertete und aussichtsreiche Unternehmen setzen, die von einem Ausbau der Infrastruktur profitieren.

Zum Beitrag auf www.dasinvestment.com

Bei Tech-Investments China nicht vergessen

2016/06/28

Von Clemens Kustner

China wird immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für die großen US-Internet-Konzerne. Alibaba, Baidu und Tencent sind bereits halb so viel wert wie alle Dax-Unternehmen zusammen, die chinesische Regierung plant Milliarden-Subventionen für neue Hoffnungsträger: Ein interessantes Umfeld für Investoren, findet Clemens Kustner, Aspoma Asset Management.

Während Europa mit dem Schwärzen von Häusern in Google Maps beschäftigt ist, blühen in China Hunderte von Unternehmen auf, die mit und am Internet Geld verdienen – vor allem mit E-Commerce und Online-to-Offline-Geschäftsmodellen (O2O) über mobile Geräte. Rund 90 Prozent der fast 700 Millionen Internet-Nutzer gehen über ihr Smartphone ins Internet, um dort soziale Medien zu nutzen, zu spielen oder vom Taxi bis zum Essen alles Erdenkliche online zu ordern. Experten gehen davon aus, dass der E-Commerce, insbesondere der O2O-Sektor, jährlich mit zweistelligen Raten wachsen wird.

„Think big“ in China

Im Westen wenig bekannt sind die Dimensionen wie auch der hohe Innovationsgrad in der chinesischen Internet-Wirtschaft. Allein die an den US-Börsen gelisteten chinesischen Internet-Unternehmen erreichen zusammen eine Börsenkapitalisierung von 365 Milliarden US-Dollar. Internet-Gigant Tencent, der in Hongkong gelistet ist, bringt 210 Milliarden auf die Waage – zusammen ist das halb so viel wie sämtliche Unternehmen im Deutschen Aktienindex. Internet-Konzerne, die an den Börsen in Festland-China notiert sind, sind darin noch nicht enthalten.

Auch in Sachen Rentabilität stehen die Chinesen nicht zurück: Das Online-Handelshaus Alibaba hat aufgrund eines etwas anderen Geschäftsmodells zwar einen niedrigeren Umsatz als Amazon. Dafür schlagen die Chinesen die Ikone des Online-Handels im Westen beim Gewinn deutlich. Während die Amerikaner im vergangenen Geschäftsjahr 600 Millionen US-Dollar an Reingewinn verbuchten, kam Alibaba auf 3,7 Milliarden US-Dollar.

Eine Sortieranlage von Alibaba

Sortieranlage von Alibaba



Innovativer als US-Unternehmen

Zudem bieten Alibaba sowie die anderen Internet-Giganten Baidu und Tencent inzwischen neben Online-Banking-Services und Kreditgeschäften eine Reihe weiterer Dienstleistungen, auf die Facebook & Co. vermutlich neidisch sind. So kann, wer als Kunde von Tencent sein Bankkonto mit dem WeChat-Account – früher ein Äquivalent zu WhatsApp – verbindet, jetzt darüber auch Essen bestellen, Filmkarten kaufen, Flüge buchen, Arzttermine vereinbaren, Bücher in der Bibliothek suchen, die Wasserrechnung zahlen oder Magazinartikel lesen. Bloomberg brachte es jüngst anerkennend auf den Punkt: „WeChat is a bit sticky“ – im Sinne von: Es ist so bequem, dass man kaum davon loskommt.

Gutes Klima für aussichtsreiche Start-Ups

Kein Wunder, dass in dem internet-affinen Klima viele aussichtsreiche Start-Ups entstehen – zumal sie es mit einem riesigen, lohnenden Markt zu tun haben. Anders als ihren Vorgängern, die in den USA Kapital aufnehmen mussten, stehen ihnen in China nun genügend Finanzierungsmittel zur Verfügung. Allein der Staat betreibt oder unterstützt im Rahmen seines „Internet Plus“-Projekts 780 Venture-Capital-Fonds mit einem Volumen von 338 Milliarden Dollar und kann damit die Entwicklung der Start-Ups vorantreiben. Auch auf dem Radar großer ausländischer Investoren ist Chinas Internet-Ökonomie aufgetaucht: Der Sovereign Wealth Fund Temasek aus Singapur investiert zunehmend in Start-Ups, weil er an deren unbändige Innovationskraft glaubt.

Tech-Investments: China nicht vergessen!

Investoren, die sich für aussichtsreiche Internet- beziehungsweise Technologie-Investments interessieren, sollten China also nicht ignorieren. Mit einem Indexinvestment wären sie jedoch schlecht bedient, da ein Großteil der Unternehmen in den Indizes nicht enthalten ist. Sinnvoller sind Benchmark-unabhängige Fonds, die einen Teil des verwalteten Vermögens frei in sorgfältig ausgewählte Internet-Titel investieren können.

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