„Cash is King“ – In Japans Unternehmensbilanzen schlummert Cash in Höhe von 4.800 Mrd. EUR

2020/03/24

Während die Notenbanken und Regierungen in Europa und USA riesige Hilfspakete schnüren um das finanzielle Überleben ihrer Wirtschaftsbetriebe zu sichern, schwimmen viele japanische Unternehmen in liquiden Mitteln. Der Wert konservativ finanzierter Unternehmen mit geringer Verschuldung und hohen Liquiditätsreserven zeigt sich im gegenwärtigen Umfeld besonders deutlich.


Extrem robust aufgestellte Unternehmen mit dicken Finanzpolstern

  • Über 50% der Unternehmen im Topix Index haben eine positive Netto-Cash-Position, was bedeutet, dass die Liquiditätsreserven in der Bilanz höher sind als die Finanzschulden und somit als Risikopuffer zur Verfügung stehen.   
  • Ein Beispiel: Das Cash-Polster von Keyence, dem Weltmarktführer bei Automatisierungslösungen, würde es dem Unternehmen ermöglichen, mehr als 9 Jahre ohne einen einzigen Yen Umsatz zu überleben (siehe Graphik oben)
Quelle ASPOMA


Unternehmen und Bevölkerung souverän im Umgang mit Krisen – Corona-Pandemie unter Kontrolle

  • Die Zahl der Neuansteckungen hat sich in Japan auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.
  • Die Japaner sind in Bezug auf Hygiene, Disziplin, Ordnung und gesundheitlichen Allgemeinzustand weltweit „top“.
  • Die japanische Unternehmen, die Regierung und die Bevölkerung sind im Umgang mit extremen Krisen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunamis, Taifune und Nuklearkatastrophen sehr erprobt und erfahren.

Asien scheint die medizinische Krise bereits weitestgehend hinter sich gelassen zu haben – Nachrichten einer wirtschaftlichen Stabilisierung werden von zuerst von dort kommen

  • Aller Voraussicht nach wird Asien die Region sein, die als erstes wieder mit positiven Nachrichten überraschen wird.
  • Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Krise die Megatrends wie 5G, künstliche Intelligenz, Software und Automation nachhaltig verändert oder die Ambitionen Asiens in diesem Bereich abschwächt (ganz im Gegenteil).
  • Japanische Unternehmen sind gut positioniert um von einer vermutlich in Asien (v.a. in China) beginnenden wirtschaftlichen Stabilisierung und Erholung frühzeitig zu profitieren.

Hohe Cashreserven ermöglichen Steigerungen bei Dividenden und Aktienrückkäufen (häufig deutlich unter Buchwerten) auch in schwierigen Zeiten.

  • Aktienrückkäufe der Unternehmen sind bereits in den Vorjahren massiv gestiegen (+100%); die aktuell sehr tiefen Bewertungen werden die Rückkäufe weiter ansteigen lassen.
  • Seit Jahresanfang haben bereits 372 Unternehmen Aktienrückkäufe in Höhe von USD 28 Mrd. angekündigt. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr entspricht dies 3,13% des Topix Index.
  • Die Bank of Japan hat ihren jährlichen Rahmen für Aktien-ETF Käufe auf umgerechnet 100 Mrd. EUR ausgedehnt. Somit kauft die BOJ 2,44% des Topix Index pro Jahr.


Update zum ASPOMA Japan Opportunities Fund

Wir investieren in „Hidden Value“- Unternehmen mit überkapitalisierten Bilanzen ohne Nettoverschuldung. Neben einem starken operativen Geschäft (22% Rendite) weisen diese Unternehmen besonders hohe Bestände an liquiden Mitteln auf. So beträgt die Netto-Cash-Position einschließlich liquider Geldanlagen unserer Portfolio-Unternehmen im Schnitt über 50% der Bilanz bzw. 70% des Börsenwerts.

Quelle: ASPOMA

Das Kurs-/Buchwertverhältnis beträgt derzeit nur 0.66. Bereinigt man den Preis „pro forma“ um grundsätzlich ausschüttbare Nettoliquidität, dann wird unmittelbar deutlich, dass die „Operations“ dieser Unternehmen nur mit einem Kurs-/Buchwertverhältnis von 0.36 bewertet werden – und das bei einer operativen Rendite von durchschnittlich 22%.



ASPOMA Japan Opportunities Fund:

Investoren können mit dem ASPOMA Japan Opportunities Fund gezielt in ein Portfolio aus japanischen „Hidden Value“ – Unternehmen investieren.

Unsere Investmentstrategie ist ähnlich wie bei Private Equity Buyout-Fonds darauf ausgelegt, kerngesunde aber stark überkapitalisierte und tief bewertete Unternehmen zu identifizieren, die aus der Kombination von hohen operativen Free Cashflows und einer effizienter gestalteten Kapitalstruktur attraktive Investmenterträge ermöglichen.

Hier finden Sie weitere online verfügbare Informationen:

  • Den aktuellsten Quartalsbericht finden Sie hier.
  • Das monatliche Fondsdatenblatt finden Sie hier.
  • Eine Kurzpräsentation zum Investment Case für Hidden Value Aktien in Japan finden Sie hier.

Weitere Unternehmensbeispiele finden Sie für

  • Toshiba Plant und Nuflare hier (Beispiel attraktiver Tochtergesellschafen)
  • Tosei hier (Beispiel für hohen Bewertungsunterschied zwischen Buch- und Marktwerten
  • DeNA hier (Beispiel für stark steigende Aktienrückkäufe)
  • Pasona und Bank of Kyoto hier (Unternehmen deren Beteiligungen enorme Werte haben)
  • Hitachi High-Tech hier (ein weiteres Beispiel für ein tief bewertetes Tochterunternehmen)

Detaillierte Informationen zum Investmentkonzept sowie zur Anlagestrategie erhalten Sie gerne von uns unter office@aspoma.com.

Coronavirus – Keine Einschränkungen bei ASPOMA

2020/03/15

Liebe Kunde und Investoren,


wir möchten Sie darüber informieren, dass wir sichergestellt haben, dass es zu keinen Einschränkungen des Geschäftsbetriebs und der Erreichbarkeit von ASPOMA kommt.


Wir stehen Ihnen in dieser herausfordernden Kapitalmarktsituation jederzeit telefonisch und via E-Mail für Beratung und Unterstützung zur Verfügung.


Sie errreichen uns telefonisch unter folgenden Telefonnumern:
+43 732 94 44 16 sowie +43 732 94 44 17


Sie erreichen uns via E-Mail unter: office@aspoma.com


Geschäftsführung von ASPOMA Asset Management
Dr. Clemens Kustner / Dr. Harald Staudinger

Japans verborgene Goldgruben

2019/12/16

von Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

Die Bewertungen in Japan sind teilweise so niedrig, dass bei manchen Unternehmen allein der Wert ihres Beteiligungsportfolios ihren eigenen Marktwert an der Börse um ein Vielfaches übersteigt.


Aspoma stellt zwei solcher Unternehmen vor und zeigt, warum dieses Modell der sogenannten Überkreuzbeteiligungen am Rückzug ist und es in Folge dessen zu einer Neubewertung bei vielen Unternehmen kommen wird.


Kerngeschäft fast “for free”
Eine besonders interessante Gruppe von Unternehmen in Japan sind jene mit Beteiligungsportfolios, deren Marktwert ihre eigene Börsenkapitalisierung um ein Vielfaches übersteigt. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Käufer der Aktien dieser Unternehmen nicht nur das Beteiligungsportfolio umsonst erwirbt, sondern auch das eigentliche operative Kerngeschäft häufig zu einem hohen Abschlag bekommt. Diese mit Beteiligungen an anderen Unternehmen vollgestopften „Goldgruben“ nahmen ihren Anfang in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg, als gegenseitige Unternehmensbeteiligungen für den Wiederaufbau des Landes als notwendig erachtet wurden.


Der Mühlstein um den Hals muss weg
Heute sind die Beteiligungsgeflechte ein Mühlstein um den Hals der japanischen Wirtschaft. Die Regierung, die Zentralbank und auch die Unternehmen selbst (siehe z.B. Toshiba und Hitachi) sind sich darin einig, dass diese „Beteiligungsgoldgruben“ ineffizient sind, weil darin sehr viel Kapital unproduktiv gebunden ist und diese die Wirtschaft lähmen. Diese müssten daher möglichst schnell bereinigt werden, um die Wachstumskräfte der japanischen Wirtschaft wieder freizusetzen.


Nachkriegsordnung soll nun endlich weichen
Da sich vor der Regierung unter Premierminister Abe hier Jahrzehnte nichts bewegt hatte, gingen Japaninvestoren – lange Zeit zu Recht – davon aus, dass diese Beteiligungen keinen realisierbaren Wert darstellen; der tatsächliche Wert dieser Beteiligungen spiegelte sich deshalb oft nicht oder nur zu Bruchteilen in den Börsenkursen wider. Die Strukturreformen der Regierung, vor allem die Reformen der Corporate Governance-Regeln und der Regeln für die Börsennotierung haben deshalb ein gemeinsames Ziel: Corporate Japan zu entflechten und den sogenannten „Konvoi-Kapitalismus“ der Nachkriegsjahre zu beenden, um die japanische Wirtschaft durch einen effizienteren Kapitaleinsatz wettbewerbsfähiger zu machen.


Corporate Governance Reform, Private Equity und aktivistische Investoren
Institutionelle Investoren forderten dies schon lange, stießen aber in der Vergangenheit auf taube Ohren bei den Managern der Unternehmen, die am längeren Hebel saßen. Durch die Abenomics hat sich das Kräfteverhältnis massiv geändert. Die Corporate Governance-Regeln verpflichten die Unternehmen, ihre Beteiligungen entweder zu rechtfertigen oder aber diese aufzulösen. Auch die Anhebung der Steuersätze für Dividendenerträge dient dazu, den Abbau von Minderheitsbeteiligungen zu beschleunigen. 


Mehr als die Hälfte der japanischen Firmen notiert unter Bilanzwert
Japan, wo 55 Prozent der börsennotierten Unternehmen unter ihren Bilanzwerten notieren, ist dadurch zu einem Eldorado für aktivistische Investoren und Private Equity-Häuser geworden, die die massiven inneren Werte japanischer Unternehmen erkannt haben und sich daran machen, diese Goldschätze zu heben.


Beispiel Pasona Group
Der Fokus dieser Investoren auf Japan ist nicht überraschend, gibt es doch eine Menge von Bewertungsanomalien wie beispielsweise bei Pasona Group, einem Anbieter von Personaldienstleistungen, der an der Börse mit 580 Millionen Euro bewertet wird, obwohl bereits die größte Beteiligung Pasonas, die Benefit One, einen Börsenwert von 1,6 Milliarden  Euro hat, was dem 2,7-fachen des Börsenwerts von Pasona entspricht.


Mit Aktivisten an Bord wird es bei Pasona und Bank of Kyoto spannend
Bei Pasona haben bereits mindestens drei bekannte „Goldsucher“ angefangen zu „graben“: Neben Oasis Management und AIM&R hat mit Asset Value Investors vor kurzem ein weiterer aktivistischer Investor eine Beteiligung von über fünf Prozent an Pasona erworben, die es ihm erlaubt, vom Management des Unternehmens Maßnahmen einzufordern, die zu einem Abbau der hohen Unterbewertung führen.


Ein anderes Beispiel ist die japanische Regionalbank Bank of Kyoto
Diese sitzt auf einer fabelhaften „Beteiligungs-Goldmine“ im Wert von 7,3 Milliarden Euro, dem 2,5-fachen ihrer Marktkapitalisierung (der Börsenwert des Unternehmens liegt bei lediglich 2,9 Milliarden Euro). Die Aktie wird aktuell zu einem Preis-/Buchwertmultiplikator von lediglich 0,4x gehandelt. Bank of Kyoto ist an über 90 japanischen Blue Chips beteiligt. Alleine der Wert der Beteiligung an Nintendo liegt bei etwa 1,8 Milliarden Euro.


Entflechtung wird kommen
Das japanische System der Überkreuzbeteiligungen befindet sich eindeutig im Rückwärtsgang – ein mehrjähriger Boom an Unternehmensumstrukturierungen und -entflechtungen steht nun bevor. Dieser führt schon jetzt bei vielen Unternehmen zu einer Neubewertung. Es handelt sich also um eine sehr interessante Phase für Investoren!

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:

“Japans verborgene Goldgruben” – www.institutional-money.com

“Japans verborgenen Goldgruben” – www.boersen-express.com

“Verborgene Goldgruben” – www.dasinvestment.com

“Japanische Goldgruben” – in EURO am Sonntag, 4. Januar 2020 Printausgabe

„Fette Weihnachtsgänse“ in Japan: Gaumenfreuden für Investoren

2019/11/26

Von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, ASPOMA Asset Management

Viele japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet; eine interessante Gruppe von Unternehmen sind extrem niedrig bewertete Tochterunternehmen von größeren Unternehmen wie Hitachi oder Toshiba. Die Ankündigung Toshibas, sämtliche Aktien im Streubesitz von drei ihrer vier börsennotierten Tochtergesellschaften aufkaufen zu wollen, ließ deren Kurse massiv steigen. Wir nehmen das zum Anlass, den Investment Case für solche Unternehmen etwas genauer vorzustellen.

Eine besonders interessante Gruppe von Unternehmen in Japan sind extrem tief bewertete Tochtergesellschaften größerer Unternehmen. Die Anzahl dieser Unternehmen liegt im dreistelligen Bereich.

Die «Mütter» besitzen häufig zwischen 40% und 60% der Aktien der Tochtergesellschaften. Diese Töchter sind häufig sehr tief bewertet und stark überkapitalisiert, besitzen also enormes Finanzvermögen, welches sie nicht benötigen.

Die Logik, deren Wert zu heben, ist mehr als einleuchtend: Entweder dadurch, dass die Mutter die mit flüssigen Mitteln vollgestopfte Tochter mit einer deutlichen Prämie von der Börse nimmt. Alternativ kämpfen Finanzinvestoren wie KKR und Bain Capital darum, diese Unternehmen kaufen zu können. In beiden Fällen profitieren die Minderheitsaktionäre, da ein Übernahmeangebot mit einer Prämie gestellt werden muss.Der Artikel wird nach der Anzeige fortgesetzt.

Nachdem derartige Wertrealisierungen in Japan in der Vergangenheit undenkbar waren, werden sie seit ein bis zwei Jahren immer häufiger. Der von der Regierung Abe eingeführte Corporate Governance Code zeigt Wirkung. Investoren (v.a. Aktivisten und Private Equity Unternehmen) können nun stärkeren Druck auf die Unternehmen ausüben, effizienter und renditestärker zu werden.

Toshiba Plant Systems & Services ist eine solche fette Gans
Toshiba Plant ist ein großartiges Unternehmen. Das Anlagenbau- und Wartungsgeschäft von Toshiba ist in den letzten zehn Jahren jedes Jahr gewachsen und hat immer eine operative Marge von über 8% erzielt.

Die Bilanz von Toshiba Plant ist mit Cash und anderen frei verfügbaren finanziellen Vermögenswerten «vollgestopft».

Ein Eigenkapital von umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar finanziert ein fürs operative Geschäft benötigtes Vermögen von 557 Millionen US-Dollar und frei verfügbare flüssige Mittel und Finanzanlagen von 883 Millionen US-Dollar.

Auf das operative Vermögen erzielt Toshiba Plant eine Rendite nach Steuern (!) von 22%, auf das Finanzvermögen eine Rendite nach Steuern von nur 1%. Die Rendite des Eigenkapitals nach Steuern von 9% spiegelt aufgrund der niedrigen Rendite des Finanzvermögens die Leistungsfähigkeit des operativen Geschäfts nicht annähernd wider. 

An der Börse wurde Toshiba Plant per Ende Oktober mit umgerechnet 1,9 Milliarden US-Dollar bewertet. Das entspricht einem Kurs-Buchwert-Multiplikator von 1.3x und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14.5x. 

Das Wertpotential ist unmittelbar ersichtlich 
Entnimmt man beim gegenwärtigen Kurswert das nicht benötigte Finanzvermögen, dann hat man ein Unternehmen, das mit seinem operativen Geschäft eine Rendite von 22% nach Steuern erzielt und dann mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8.5x und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von knapp 1.9x bewertet ist. 

Ein angemessener Wert für ein Unternehmen mit einem Wachstum von 4%, einer operativen Gewinnmarge von über 8% und einer Kapitalrendite von 22% (nach Steuern) ist bei weitem höher. 

Die Gans wird nun geschlachtet 
  • Bereits am 1. Oktober hatte Toshibas CEO Nobuaki Kurumatani angekündigt, die erfolgreiche Strategie von Hitachi, börsennotierte Tochtergesellschaften entweder vollständig zu übernehmen oder sie an Finanzinvestoren zu verkaufen, ebenfalls anzuwenden.
  • Am Montag (11.11.) berichtete Kyodo News unter Berufung auf eine “nicht identifizierte Person”, dass “Toshiba erwägt, seine börsennotierten Einheiten wie Toshiba Plant Systems und Nishishiba Electric (6591) in hundertprozentige Tochtergesellschaften umzuwandeln. 
  • Am Dienstag (12.11.) stiegen die Kurse von Toshiba Plant daraufhin um 17%. Die Kurse der Tochtergesellschaften Nuflare bzw. Nishishiba stiegen um 18% bzw. 29%.
  • Am Mittwoch (13.11.) kam die Bestätigung, dass Toshiba ihre drei Tochtergesellschaften vollständig übernehmen will. Die Kurse steigen nochmals um 10 bis 15%.
Durch diese Ankündigung hat nicht nur Toshiba Plant sondern auch ihr „Schwester“-Unternehmen Nulfare Technology, das wir bereits im vergangenen Jahr im Rahmen unserer Due Diligence besucht hatten, eine deutliche Neubewertung erfahren. Der Wertzuwachs bei Nuflare liegt seit Jahresanfang bei +130%. Es gibt in Japan noch eine große Anzahl von Tochterunternehmen, bei denen wir ähnliche Entwicklungen. Angesichts der tiefen Bewertungen und der großen Anzahl an überkapitalisierten Tochtergesellschaften war Toshiba Plant sicher nicht die letzte „fette“ Gans, die geschlachtet und Investoren erfreuen wird.

Guten Appetit!

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Fette Weihnachtsgänse in Japan gaumenfreuden für Investoren” – www.e-fundresearch.com

Aktienrückkäufe in Japan steigen dreistellig

2019/11/10

Von Dr. Harald Staudinger und Koya Tabata von Aspoma Asset Management


Share Buy-Backs greifen nicht nur in den USA um sich, sondern auch in Japan ist eine steigende Tendenz zu beobachten.

Japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet: “Wir sind fasziniert, wie viele Hidden Value Opportunities wir in Japan finden. Diese de facto schuldenfreien Unternehmen verfügen durchwegs über liquides Netto-Finanzvermögen – vor allem Cash – in Höhe von 30 bis 50 Prozent ihres Börsenwertes”, analysieren Staudinger und Tabata. Kein Wunder also, dass die bisher in 2019 in Japan angekündigten Aktienrückkäufe um über 160 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen.


Beispiel DeNA: Aktienrückkäufe massiv angehoben
DeNa ist ein etablierter Entwickler und Anbieter von Computerspielen für mobile Endegräte. Man entwickelt und vermarktet gemeinsam mit Nintendo beliebte Smartphone-Online-Spiele wie etwa Mario Kart Tour oder Pokémon und hält wertvolle Beteiligungen an anderen Unterhaltungsunternehmen. Im Mai hatte DeNA angekündigt, Aktien von rund 50 Milliarden Yen (ca. 420 Millionen Euro) zurückzukaufen, etwas mehr als 17 Prozent ihres aktuellen Börsenwerts und 23 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien. Nun ist es soweit: DeNA hat mit dem Rückkauf von Aktien begonnen. Im vergangenen Monat wurden erstmals rund 63.000 Aktien für 126 Millionen Yen (ca. eine Million Euro) zurückgekauft, bisher nur ein Bruchteil des Gesamtvolumens. ​DeNA hat bis zum Auslaufen der Frist für das Aktienrückkaufprogramm noch sechs Monate Zeit und kann zum derzeitigen Kurs noch rund 25 Millionen (!) Aktien zurückkaufen. Selbst wenn dies dem Kurs nicht zum Steigen verhelfen sollte, hat das Management sehr viel Pulver im Trockenen, um zumindest stärkere Kursrückgänge abzumildern (25 Millionen Aktien entsprechen drei vollen Wochen Handelsvolumen).


Bewertung von DeNA im Detail
“Die Bewertung von DeNA an der Börse beträgt 2,4 Milliarden Euro”, so Staudinger. “Dem steht gegenüber eine Netto-Cash Position von aktuell 800 Millionen Euro, eine Beteiligung an Nintendo im Wert von 600 Millionen Euro. Dazu kommt eine 21-prozentige Beteiligung an CyGames, einem Online-Spielentwickler, dessen Wert ebenfalls auf mindestens 600 Millionen Euro geschätzt wird.” Somit werde DeNAs operatives Geschäft nur mit rund 400 Millionen Euro bewertet, was angesichts eines jährlichen Gewinns von rund 100 Millionen Euro und eines Free Cash Flows von rund 130 Millionen Euro sehr tief erscheine.


Nur ein Beispiel von vielen interessanten Anlagemöglichkeiten in Japan
Tabata dazu: “DeNA ist eines von vielen extrem tief bewerteten Unternehmen in Japan, bei denen eine verbesserte Shareholder Value-Orientierung zu einer enormen Neubewertung aufgrund der sehr tiefen Bewertung des Kerngeschäfts, des hohen Cash Bestands in der Bilanz und des großen Aktienrückkaufsprogramms von bis zu 23 Prozent des Free Floats ​führen kann.


Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Aktienrückkäufe steigen um 164%” – www.e-fundresearch.com
“Eines von vielen extrem tief bewerteten Unternehmen in Japan” – www.dasinvestment.com
“Aktienrückkäufe in Japan steigen dreistellig” – www.institutional-money.com

Mister „Big Short“ entdeckt Japan und geht long

2019/11/04

Von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, Aspoma Asset Management



Japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet, ein interessantes Beispiel ist TOSEI. Wir haben vergangene Woche dessen Management in Tokio getroffen und nehmen dies zum Anlass, TOSEI, das auf der Kaufliste von vielen Value Investoren steht, auch zuletzt von Mister „Big Short“, Michael Burry, etwas genauer vorzustellen. Ein Kommentar von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, Aspoma Asset Management.

Einer von immer mehr Contrarian- und Value-Investoren, die in Japan aktiv werden, ist Michael Burry. Burry wurde durch seine erfolgreiche Wette auf das Platzen der Immobilienblase in USA vor und während der weltweiten Finanzkrise reich und durch den Hollywood Streifen über das Buch von Michael Lews „The Big Short“ bekannt.

Auch jetzt ist er wieder aktiv – allerdings dieses Mal auf der Käuferseite. Seit einigen Wochen taucht sein Investmentfonds Scion Capital Management bei acht japanischen Unternehmen im Aktienregister auf. Seine größte Position dabei ist TOSEI, eines von vielen Beispielen von unglaublich tief bewerteten japanischen Unternehmen. Die Autoren haben das Management von TOSEI in der vergangenen Woche in Japan im Rahmen ihrer Due Diligence getroffen.

TOSEIs Geschäftsmodell besteht zu einem wesentlichen Teil darin, im Großraum von Tokio etwa 20 bis 30 Jahre alte Immobilien zu erwerben, diese zu renovieren und zu revitalisieren und sie dann nach 1 ½ bis 2 Jahren mit einer sehr attraktiven Marge wieder zu verkaufen; diese Nische ist sehr interessant, weil es große Nachfrage nach solchen Immobilien gibt.


Marktwert der Immobilien 70% über ihren bilanzierten Werten

Der Marktwert ihres Immobilienbestandes für den Wiederverkauf liegt deutlich über deren Buchwert in der Bilanz. Aktuell besitzt TOSEI 129 Immobilien, die in der Bilanz mit 75 Mrd. Yen ausgewiesen werden. Der derzeitige Marktwert dieser Immobilien, die in den nächsten 2 Jahren wieder verkaufen werden, liegt mit rund 130 Mrd. Yen um 70% darüber. Obwohl der Aktienkurs seit Jahresanfang schon um 60% gestiegen ist, wird das Unternehmen lediglich mit einem Aufschlag auf die Buchwerte von 10 Prozent gehandelt. Angesichts einer Eigenkapitalrendite von 14% und des hohen Marktwerts ihres Immobilienbestands ist eine deutliche höhere Bewertung für TOSEI gerechtfertigt.



Auch Private Equity Gigant Blackstone setzt auf TOSEI

Bei TOSEI ist jedoch nicht nur die Bewertung tief, TOSEI hat auch ein hervorragendes Managementteam. Im August hat Blackstone, eines der größten Private Equity Unternehmen der Welt, angekündigt, eine Milliarde US-Dollar in Logistikzentren in Japan zu investieren und TOSEI das Management dieses Portfolios übertragen. Schon jetzt managt TOSEI für Blackstone ein Portfolio an Wohnimmobilien in Japan. In Summe managet TOSEI ein Immobilienportfolio im Wert von 7,4 Mrd. US-Dollar und ist damit laut CLSA der größte Immobilienmanager in Japan.



Tiefe Bewertung trotz Rekordergebnissen

TOSEI hat gerade eben die besten Quartalsergebnisse in der Unternehmensgeschichte veröffentlicht. Obwohl das Unternehmen seit der internationalen Finanzkrise seine Umsätze verdreifachte, seine operative Marge auf 17% vervierfachte und seine operativen Gewinne versechsfachte liegt das KGV bei lediglich 8x und der Börsenwert um 15 Prozent unter dem (um nicht realisiere Gewinne berichtigten) Buchwert.

TOSEI ist nur eine von vielen interessanten Investmentchancen in Japan, denn etwa 60 Prozent der Unternehmen im Topix Index werden unter ihren bilanziellen Werten bewertet. Ähnlich wie Michael Burry werden immer mehr internationale Value Investoren, Private Equity Häuser und aktivistische Investoren in Japan aktiv. Ihre Aktienkäufe und Interaktionen mit den Unternehmen führen zu höheren Dividenden und Aktienrückkäufen (per Ende Oktober ein Anstieg von +164% im Vergleich zum Vorjahr), zu höheren Kapitalrenditen und höheren Bewertungen.


Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.globalinvestor.de
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.institutional-money.com
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.finanzen.net

Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen

2018/09/20

von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

Die chinesische Wirtschaftsleistung (BIP) liegt in 2018 bei über USD 14‘000 Mrd. Die Nettoexporte von China nach USA liegen bei „nur“ circa USD 320 Mrd. Diese Größenrelationen zeigen, dass die US-Strafzölle die Wirtschaftsentwicklung Chinas nicht nachhaltig beeinflussen werden können. Die Aktienmarktkorrektur der vergangenen Wochen scheint überzogen. Die Fundamentaldaten zeigen jedenfalls in eine andere Richtung.

Der chinesische Aktienmarkt (MSCI China) hat seit Beginn dieses Jahres um 14% und seit Anfang Juni um ca. 20% korrigiert. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die folgenden Faktoren:

Der wichtigste Grund ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zusätzlich belastet das „Fed Tightening“ und steigende Zinsen in den USA die Emerging Markets. Daneben haben die Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar seit Juni und eine leichte Abschwächung des Wachstums in den ersten Quartalen nach einem überdurchschnittlich starken Wachstum im Jahr 2017 ebenfalls eine Rolle gespielt.

Der Markt hat übertrieben reagiert
Aus fundamentaler Sicht ist diese starke Marktreaktion nicht gerechtfertigt. Vielmehr hat sich der Markt, anders als in vergleichbaren Situationen, deutlichen von den Fundamentaldaten wegbewegt. Auch wenn das Verhalten der USA im Handelskonflikt den Markt kurzfristig weiter verunsichern kann, ist China auf dem jetzigen Niveau im historischen Vergleich und im Vergleich zu anderen Märkten tief bewertet.

Diese Einschätzung ist auf die folgenden Daten gestützt:

1. Der Handelskonflikt hat nur marginal Auswirkungen auf China; die negativen Folgen werden massiv überschätzt.
Die „schlechte Nachricht“ ist, dass es beim Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht (nur) um Handelsthemen geht, sondern letztlich um geopolitische und geo-ökonomische Fragen; entsprechend schwierig kann deshalb eine Einigung sein. Als Investor sollte man sich deshalb den „Worst Case“ ansehen!
Die „gute Nachricht“ ist, dass China eine riesige Binnenwirtschaft ist, die Nettoexporte machen nur 3% des Bruttosozialprodukts aus.
Außerdem: Der Anteil der Exporte Chinas, die in die USA gehen, sinkt kontinuierlich; mittlerweile ist das Exportvolumen mit dem benachbarten asiatischen Raum mehr als zweimal so groß wie mit den USA.
Die negativsten Schätzungen von Ökonomen gehen von einem Rückgang des Wachstums in China von 0,5% aus (2018 liegt das reale Wirtschaftswachstum bei ca. 6,5%).

2. Die chinesische Regierung reagiert proaktiv auf die negativen Auswirkungen.
Die chinesische Regierung hat bereits im April begonnen, durch gezielte Maßnahmen die Wirtschaft zu stützen. Zentrale Maßnahmen sind: 1) Steuersenkungen, um die Investitionskraft kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken. 2) Versorgung des Marktes mit Liquidität durch die Senkung der Mindestreservesätze. 3) Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar. 4) Lockerungen bei der Genehmigung von Infrastrukturinvestitionen. 5) Anreize für Banken, die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen zu steigern.

Wesentlich ist, dass anders als bei früheren Stützungsmaßnahmen nicht ein-fach Geld ins System gepumpt wird, sondern die Gelder für strukturelle Verbesserungen eingesetzt werden – statt zu Kapazitätserweiterungen werden die Unternehmen beispielsweise zu Investitionen in die Automatisierung ihrer Anlagen ermutigt.
Die chinesische Zentralbank hat wie bereits erwähnt vermutlich gezielt eine Abwertung des RMB gegenüber dem US Dollar von rund 5% herbeigeführt, was die Zölle zu einem wesentlichen Teil kompensiert.
Ökonomen erwarten ein Wirtschaftswachstum von real 6,5% in 2018 für China; manche erwarten für das zweite Halbjahr sogar eine leichte Beschleunigung des Wachstums bzw. haben ihre Wachstumsannahmen nach oben revidiert. Das nominale Wirtschaftswachstum wird in 2018 bei ca. 10% liegen, was ein äußerst attraktives Umfeld für Unternehmen bietet, die Gewinne weiter deutlich zu steigern.

3. Die Marktreaktion – negative Kursentwicklung trotz stimulierender Geld- und Fiskalpolitik – ist im historischen Vergleich atypisch:

Verglichen damit, dass der Aktienmarkt in der Regel auf monetäre und fiskalische Lockerungen deutlich positiv reagiert hatte, ist die Entwicklung der letzten Monate sehr ungewöhnlich.
Dass der Markt von fundamental gerechtfertigten Niveaus stark abgewichen ist, zeigt sich auch daran, dass die Unternehmen in einer äußerst robusten Verfassung sind: Im ersten Halbjahr 2018 sind die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um 23% gewachsen; für die Jahre 2019 und 2020 wird für den MSCI China ein Gewinnwachstum von 16% bzw. 14% erwartet; Strukturbereinigungen auf der Angebotsseite und das Investitionsverhalten der Unternehmen sorgen dafür, dass sich die Kapazitätsauslastungen schrittweise verbessern; gleichzeitig bauen die Unternehmen ihre Verschuldung ab und stärken ihre Bilanzen.
Die leichte Wachstumsabschwächung, die in den letzten Quartalen zu sehen war, ist ausschließlich auf einen Rückgang der staatlichen Investitionen zurückzuführen, was grundsätzlich positiv ist und notfalls auch Spielraum zum Gegensteuern bietet. Die Regierung hat begonnen, diesen Spielraum vorsichtig zu nutzen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

In Summe ist zu erwarten, dass sich die extremen Risikoprämien im Markt normalisieren und der Markt zu durch die Fundamentaldaten gerechtfertigte Niveaus zurückfindet (Bewertungsniveaus derzeit rund eine Standardabweichung unter dem langjährigen Mittel).

Zusammenfassung
Auch wenn der Handelskrieg von US-Präsident Trump ganz klar das Sentiment und die Risikoprämie negativ beeinflusst, ist es doch wichtig, die fundamentalen Fakten zu beachten. Die gesamten chinesischen Nettoexporte in die USA von circa 300 Mrd. USD stehen einer gesamten Volkswirtschaftsleistung von China von 14.000 Mrd. USD im Jahr 2018 gegenüber. Es sind also nur etwas mehr als 2%, über die Trump hier einen direkten Einfluss ausüben kann.
Wir bei ASPOMA sind fokussiert auf chinesische Unternehmen, die ihre Güter und Dienstleistungen an chinesische Konsumenten verkaufen, den bei weitem größten und am stärksten wachsenden Teil der chinesischen Wirtschaft. Die Auswirkungen des Handelskonflikts auf das Gewinnwachstum dieser Unternehmen sollten gering ausfallen.
 
Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:

“US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.dasinvestement.com
“Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.fondsprofessionell.de
“Wie sich der Handelsstreit auf chinesische Aktien auswirkt” – www.globalinvestor.de
“Warum die US-Strafzölle China nicht stoppen werden” – www.e-fundresearch.com

Aktienmarkt Japan: Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung GmbH in Kooperation mit Dr. Harald Staudinger von ASPOMA Asset Management

Japanische Aktien wiesen, wie die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder, im Jahresverlauf teils deutliche Kursverluste auf. Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn fast 30 Milliarden Euro abgezogen. Das geht Citywire zufolge aus Daten der Japan Exchange Group Inc. hervor. Diese starken Abflüsse bedeuten den größten bisher jährlichen Verkauf seit 1987 – dem Jahr des berüchtigten Black Monday an der US-Börse; und sie wirken sich natürlich auch auf die Performance des Topix aus. Dieser verlor seit Jahresstart zwischenzeitlich fast 10 Prozent an Wert.

Japans grundsätzliche Attraktivität als Anlageregion

Japan gilt als einer der Hauptprofiteure der wirtschaftlichen Stärke Asiens (Chinas) sowie der wichtigen Zukunftstrends wie z.B. Digitalisierung, Elektromobilität oder auch Automatisierung. Japanische Unternehmen verfügen jeweils über die zugrundeliegenden Kerntechnologien. Der stete Wandel der Unternehmenskultur führt zu mehr Shareholder Value-Orientierung und damit einhergehend zu einer Neubewertung. Bessere Kapitaleffizienz, Abbau von Überkreuzbeteiligungen, steigende Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen vervollständigen das konstruktive Gesamtbild. Zudem beschleunigen „unfreundliche“ Übernahmen, Aktivitäten von Private Equity – Fonds und aktivistische Investoren diese Entwicklung zusätzlich. Niedrige Bewertungen, trotz steigender Margen und Eigenkapitalrenditen, machen Japan zum günstigsten „Developed Market“, obwohl sich die Profitabilität auf westlichem Niveau bewegt. Etwaige Bilanzrisiken fallen demgegenüber zugleich deutlich geringer aus. Nicht zuletzt besteht eine günstige Angebots-/Nachfragesituation bei japanischen Aktien aufgrund von Aktienrückkäufen der Unternehmen, steigenden Aktienquoten der Pensionsfonds, Aktien-ETF Käufen der Notenbank und einer derzeit weitgehenden Untergewichtung ausländischer Investoren.

Gegenwärtige Situation und Ausblick

Es kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass es kurz- bis mittelfristig durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin zu Verunsicherung und stärkeren Schwankungen kommen könnte. Die Auswirkungen auf die fundamentale Entwicklung der japanischen Unternehmen sollten sich jedoch in geringem Umfang bewegen. Würde der Zugang zum chinesischen Markt für amerikanische Unternehmen erschwert werden, könnten japanische Unternehmen sogar profitieren. Der breite gesellschaftliche und politische Konsens in Japan, die derzeitige Reformpolitik mittels einer lockeren Geldpolitik voranzutreiben, ist ein wesentlicher Unterschied zu den Rahmenbedingungen einerseits in den USA, in der die Gesellschaft tief gespalten ist und andererseits in Europa, wo die politische Stabilität (Brexit, Italien) zuletzt deutlich abgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan (BOJ) auf Sicht der nächsten Jahre weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik verfolgen wird. Das wirtschaftliche Umfeld in Japan mit steigenden Realeinkommen, starkem Exportwachstum und konservativen Gewinnschätzungen unterstützt eine positive Einschätzung für japanische Aktien. Es gibt global keinen anderen Kapitalmarkt mit einer so großen Anzahl an qualitativ hochwertigen Unternehmen und zugleich ausgesprochen niedrigen Bewertungen.

Zukunftsorientierte Geschäftsmodelle

In Japan sind eine große Zahl an Unternehmen mit exzellenten und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen beheimatet, so z.B. global führende Anbieter im Bereich der Robotik und Industrieautomation. Wir haben es in diesem Segment mit einem zyklischen Wachstumsmarkt zu tun, der uns noch viele Jahre begleiten wird. Die extrem breite Kundenbasis erleichtert unserem Top Pick den Zugang zum Vertrieb ihrer Produkte. Dieses schuldenfreie Unternehmen hat in Zukunft die finanzielle Kraft bei Forschung und Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen. Ein Beispiel ist die Entwicklung kollaborativer Roboter, die erstmals Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten. Aktienrückkäufe und höhere Dividenden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit den Wünschen der Aktionäre auch in Zukunft gerecht zu werden. Besonders positiv macht sich zudem die laufende Automatisierungswelle in China bemerkbar. Man spricht hier von Wachstumsraten von knapp 10% p.a.. Des Weiteren beurteilen wir Geschäftsmodelle aus dem Bereich „Humanoide Roboter“ positiv, wie auch Qualitätsführer im Bereich elektronischer Komponenten.

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.wallstreet-online.de
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.finanzwelt.de
“Was Japan-Investments aktuell so reizvoll macht” – www.dasinvestment.com

ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus!

2018/04/12

ASPOMA Asset Management und Shanghai LangSheng Investment unterzeichneten im Rahmen des offiziellen Besuchs von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen am 8. April in Peking eine Kooperationsvereinbarung im Beisein des österreichischen Bundeskanzlers und Bundespräsidenten sowie hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung.

Asien ist global die dynamischste Region und China als zweitgrösste Volkswirtschaft weltweit eines der Gravitationszentren Asiens.

Aus diesem Grund verstärkt ASPOMA sein Profil als der führende Asienexperte im deutschsprachigen Raum durch eine strategische Kooperation mit Shanghai LangSheng Investment, einem führenden Private Equity Unternehmen in China mit Sitz in Shanghai. LangSheng Investment ist spezialisiert auf die Bereiche E-Commerce, Big Data, Gesundheitswesen und Dienstleistungen, die auch bei ASPOMA einen Schwerpunkt bilden.

Die Kooperationsvereinbarung umfasst eine enge Zusammenarbeit der beiden Investmentfirmen bei der Identifikation, Prüfung (Due Diligence) und Bewertung von Investmentopportunitäten. Für ASPOMA und ASPOMAs Kunden bedeutet diese Kooperation einen noch besseren Zugang in China zu Unternehmen und Unternehmern, Sektorexperten und Regierungsvertretern.

Die Vereinbarung wurde im Beisein des österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen, des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung in Peking unterzeichnet.


Bild 1: Harald Staudinger von ASPOMA und Herr Ping Fan (Shanghai LangSheng Investment) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Beisein von Vertretern der österreichischen und chinesischen Regierung


Bild 2: Bundeskanzler Sebastian Kurz gratuliert ASPOMA und LangSheng zur Zusammenarbeit


Bild 3: LI Xiaosi, der chinesische Botschafter in Österreich, wünscht ASPOMA und LangShen viel Erfolg bei der Zusammenarbeit

Auch in den chinesischen staatlichen und privaten Medien wurde darüber berichtet (Video von 1:10 bis 2:20 min): Link zur Einstiegsseite des TV-Beitrags



Shanghai Langsheng Investment ist eine private und unabhängige Investmentgesellschaft. Sie gehört in China zu den führenden Investoren im den Bereichen Life Science, Big Data und Konsum. LangSheng unterstützt und finanziert den Aufbau von Unternehmen der nächsten Generation. Link zur Homepage von LangSheng

ASPOMA ist ein auf Asien spezialisierter Asset Manager mit der Zielsetzung, gemeinsam mit den Kunden optimale Investmentlösungen für diese Region zu entwickeln. ASPOMA hat eine langjährige relevante Erfahrung auf Partnerebene in allen Bereich des Portfoliomanagements und der Unternehmensanalyse mit einer breit abgestützten Asienexpertise.

Der Artikel “ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus” ist hier auch als druckbare PDF-Version verfügbar.

Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie verfügbar.

Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

2018/01/23

Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 22% und europäische Aktien sogar um 72% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

In der Analyse gehen wir auf die Gründe näher ein.

 

Schlägt jetzt die Stunde Japans? (PDF, 650 KB)
 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!” – www.e-fundresearch.com
“Japan ist in den nächsten Jahren die bessere Alternative” – www.dasinvestment.com
“Nippon is back!” – www.globalinvestor.de