Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen

2018/09/20

von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

Die chinesische Wirtschaftsleistung (BIP) liegt in 2018 bei über USD 14‘000 Mrd. Die Nettoexporte von China nach USA liegen bei „nur“ circa USD 320 Mrd. Diese Größenrelationen zeigen, dass die US-Strafzölle die Wirtschaftsentwicklung Chinas nicht nachhaltig beeinflussen werden können. Die Aktienmarktkorrektur der vergangenen Wochen scheint überzogen. Die Fundamentaldaten zeigen jedenfalls in eine andere Richtung.

Der chinesische Aktienmarkt (MSCI China) hat seit Beginn dieses Jahres um 14% und seit Anfang Juni um ca. 20% korrigiert. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die folgenden Faktoren:

Der wichtigste Grund ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zusätzlich belastet das „Fed Tightening“ und steigende Zinsen in den USA die Emerging Markets. Daneben haben die Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar seit Juni und eine leichte Abschwächung des Wachstums in den ersten Quartalen nach einem überdurchschnittlich starken Wachstum im Jahr 2017 ebenfalls eine Rolle gespielt.

Der Markt hat übertrieben reagiert
Aus fundamentaler Sicht ist diese starke Marktreaktion nicht gerechtfertigt. Vielmehr hat sich der Markt, anders als in vergleichbaren Situationen, deutlichen von den Fundamentaldaten wegbewegt. Auch wenn das Verhalten der USA im Handelskonflikt den Markt kurzfristig weiter verunsichern kann, ist China auf dem jetzigen Niveau im historischen Vergleich und im Vergleich zu anderen Märkten tief bewertet.

Diese Einschätzung ist auf die folgenden Daten gestützt:

1. Der Handelskonflikt hat nur marginal Auswirkungen auf China; die negativen Folgen werden massiv überschätzt.
Die „schlechte Nachricht“ ist, dass es beim Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht (nur) um Handelsthemen geht, sondern letztlich um geopolitische und geo-ökonomische Fragen; entsprechend schwierig kann deshalb eine Einigung sein. Als Investor sollte man sich deshalb den „Worst Case“ ansehen!
Die „gute Nachricht“ ist, dass China eine riesige Binnenwirtschaft ist, die Nettoexporte machen nur 3% des Bruttosozialprodukts aus.
Außerdem: Der Anteil der Exporte Chinas, die in die USA gehen, sinkt kontinuierlich; mittlerweile ist das Exportvolumen mit dem benachbarten asiatischen Raum mehr als zweimal so groß wie mit den USA.
Die negativsten Schätzungen von Ökonomen gehen von einem Rückgang des Wachstums in China von 0,5% aus (2018 liegt das reale Wirtschaftswachstum bei ca. 6,5%).

2. Die chinesische Regierung reagiert proaktiv auf die negativen Auswirkungen.
Die chinesische Regierung hat bereits im April begonnen, durch gezielte Maßnahmen die Wirtschaft zu stützen. Zentrale Maßnahmen sind: 1) Steuersenkungen, um die Investitionskraft kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken. 2) Versorgung des Marktes mit Liquidität durch die Senkung der Mindestreservesätze. 3) Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar. 4) Lockerungen bei der Genehmigung von Infrastrukturinvestitionen. 5) Anreize für Banken, die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen zu steigern.

Wesentlich ist, dass anders als bei früheren Stützungsmaßnahmen nicht ein-fach Geld ins System gepumpt wird, sondern die Gelder für strukturelle Verbesserungen eingesetzt werden – statt zu Kapazitätserweiterungen werden die Unternehmen beispielsweise zu Investitionen in die Automatisierung ihrer Anlagen ermutigt.
Die chinesische Zentralbank hat wie bereits erwähnt vermutlich gezielt eine Abwertung des RMB gegenüber dem US Dollar von rund 5% herbeigeführt, was die Zölle zu einem wesentlichen Teil kompensiert.
Ökonomen erwarten ein Wirtschaftswachstum von real 6,5% in 2018 für China; manche erwarten für das zweite Halbjahr sogar eine leichte Beschleunigung des Wachstums bzw. haben ihre Wachstumsannahmen nach oben revidiert. Das nominale Wirtschaftswachstum wird in 2018 bei ca. 10% liegen, was ein äußerst attraktives Umfeld für Unternehmen bietet, die Gewinne weiter deutlich zu steigern.

3. Die Marktreaktion – negative Kursentwicklung trotz stimulierender Geld- und Fiskalpolitik – ist im historischen Vergleich atypisch:

Verglichen damit, dass der Aktienmarkt in der Regel auf monetäre und fiskalische Lockerungen deutlich positiv reagiert hatte, ist die Entwicklung der letzten Monate sehr ungewöhnlich.
Dass der Markt von fundamental gerechtfertigten Niveaus stark abgewichen ist, zeigt sich auch daran, dass die Unternehmen in einer äußerst robusten Verfassung sind: Im ersten Halbjahr 2018 sind die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um 23% gewachsen; für die Jahre 2019 und 2020 wird für den MSCI China ein Gewinnwachstum von 16% bzw. 14% erwartet; Strukturbereinigungen auf der Angebotsseite und das Investitionsverhalten der Unternehmen sorgen dafür, dass sich die Kapazitätsauslastungen schrittweise verbessern; gleichzeitig bauen die Unternehmen ihre Verschuldung ab und stärken ihre Bilanzen.
Die leichte Wachstumsabschwächung, die in den letzten Quartalen zu sehen war, ist ausschließlich auf einen Rückgang der staatlichen Investitionen zurückzuführen, was grundsätzlich positiv ist und notfalls auch Spielraum zum Gegensteuern bietet. Die Regierung hat begonnen, diesen Spielraum vorsichtig zu nutzen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

In Summe ist zu erwarten, dass sich die extremen Risikoprämien im Markt normalisieren und der Markt zu durch die Fundamentaldaten gerechtfertigte Niveaus zurückfindet (Bewertungsniveaus derzeit rund eine Standardabweichung unter dem langjährigen Mittel).

Zusammenfassung
Auch wenn der Handelskrieg von US-Präsident Trump ganz klar das Sentiment und die Risikoprämie negativ beeinflusst, ist es doch wichtig, die fundamentalen Fakten zu beachten. Die gesamten chinesischen Nettoexporte in die USA von circa 300 Mrd. USD stehen einer gesamten Volkswirtschaftsleistung von China von 14.000 Mrd. USD im Jahr 2018 gegenüber. Es sind also nur etwas mehr als 2%, über die Trump hier einen direkten Einfluss ausüben kann.
Wir bei ASPOMA sind fokussiert auf chinesische Unternehmen, die ihre Güter und Dienstleistungen an chinesische Konsumenten verkaufen, den bei weitem größten und am stärksten wachsenden Teil der chinesischen Wirtschaft. Die Auswirkungen des Handelskonflikts auf das Gewinnwachstum dieser Unternehmen sollten gering ausfallen.
 
Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:

“US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.dasinvestement.com
“Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.fondsprofessionell.de
“Wie sich der Handelsstreit auf chinesische Aktien auswirkt” – www.globalinvestor.de
“Warum die US-Strafzölle China nicht stoppen werden” – www.e-fundresearch.com

Aktienmarkt Japan: Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung GmbH in Kooperation mit Dr. Harald Staudinger von ASPOMA Asset Management

Japanische Aktien wiesen, wie die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder, im Jahresverlauf teils deutliche Kursverluste auf. Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn fast 30 Milliarden Euro abgezogen. Das geht Citywire zufolge aus Daten der Japan Exchange Group Inc. hervor. Diese starken Abflüsse bedeuten den größten bisher jährlichen Verkauf seit 1987 – dem Jahr des berüchtigten Black Monday an der US-Börse; und sie wirken sich natürlich auch auf die Performance des Topix aus. Dieser verlor seit Jahresstart zwischenzeitlich fast 10 Prozent an Wert.

Japans grundsätzliche Attraktivität als Anlageregion

Japan gilt als einer der Hauptprofiteure der wirtschaftlichen Stärke Asiens (Chinas) sowie der wichtigen Zukunftstrends wie z.B. Digitalisierung, Elektromobilität oder auch Automatisierung. Japanische Unternehmen verfügen jeweils über die zugrundeliegenden Kerntechnologien. Der stete Wandel der Unternehmenskultur führt zu mehr Shareholder Value-Orientierung und damit einhergehend zu einer Neubewertung. Bessere Kapitaleffizienz, Abbau von Überkreuzbeteiligungen, steigende Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen vervollständigen das konstruktive Gesamtbild. Zudem beschleunigen „unfreundliche“ Übernahmen, Aktivitäten von Private Equity – Fonds und aktivistische Investoren diese Entwicklung zusätzlich. Niedrige Bewertungen, trotz steigender Margen und Eigenkapitalrenditen, machen Japan zum günstigsten „Developed Market“, obwohl sich die Profitabilität auf westlichem Niveau bewegt. Etwaige Bilanzrisiken fallen demgegenüber zugleich deutlich geringer aus. Nicht zuletzt besteht eine günstige Angebots-/Nachfragesituation bei japanischen Aktien aufgrund von Aktienrückkäufen der Unternehmen, steigenden Aktienquoten der Pensionsfonds, Aktien-ETF Käufen der Notenbank und einer derzeit weitgehenden Untergewichtung ausländischer Investoren.

Gegenwärtige Situation und Ausblick

Es kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass es kurz- bis mittelfristig durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin zu Verunsicherung und stärkeren Schwankungen kommen könnte. Die Auswirkungen auf die fundamentale Entwicklung der japanischen Unternehmen sollten sich jedoch in geringem Umfang bewegen. Würde der Zugang zum chinesischen Markt für amerikanische Unternehmen erschwert werden, könnten japanische Unternehmen sogar profitieren. Der breite gesellschaftliche und politische Konsens in Japan, die derzeitige Reformpolitik mittels einer lockeren Geldpolitik voranzutreiben, ist ein wesentlicher Unterschied zu den Rahmenbedingungen einerseits in den USA, in der die Gesellschaft tief gespalten ist und andererseits in Europa, wo die politische Stabilität (Brexit, Italien) zuletzt deutlich abgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan (BOJ) auf Sicht der nächsten Jahre weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik verfolgen wird. Das wirtschaftliche Umfeld in Japan mit steigenden Realeinkommen, starkem Exportwachstum und konservativen Gewinnschätzungen unterstützt eine positive Einschätzung für japanische Aktien. Es gibt global keinen anderen Kapitalmarkt mit einer so großen Anzahl an qualitativ hochwertigen Unternehmen und zugleich ausgesprochen niedrigen Bewertungen.

Zukunftsorientierte Geschäftsmodelle

In Japan sind eine große Zahl an Unternehmen mit exzellenten und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen beheimatet, so z.B. global führende Anbieter im Bereich der Robotik und Industrieautomation. Wir haben es in diesem Segment mit einem zyklischen Wachstumsmarkt zu tun, der uns noch viele Jahre begleiten wird. Die extrem breite Kundenbasis erleichtert unserem Top Pick den Zugang zum Vertrieb ihrer Produkte. Dieses schuldenfreie Unternehmen hat in Zukunft die finanzielle Kraft bei Forschung und Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen. Ein Beispiel ist die Entwicklung kollaborativer Roboter, die erstmals Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten. Aktienrückkäufe und höhere Dividenden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit den Wünschen der Aktionäre auch in Zukunft gerecht zu werden. Besonders positiv macht sich zudem die laufende Automatisierungswelle in China bemerkbar. Man spricht hier von Wachstumsraten von knapp 10% p.a.. Des Weiteren beurteilen wir Geschäftsmodelle aus dem Bereich „Humanoide Roboter“ positiv, wie auch Qualitätsführer im Bereich elektronischer Komponenten.

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.wallstreet-online.de
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.finanzwelt.de
“Was Japan-Investments aktuell so reizvoll macht” – www.dasinvestment.com

ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus!

2018/04/12

ASPOMA Asset Management und Shanghai LangSheng Investment unterzeichneten im Rahmen des offiziellen Besuchs von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen am 8. April in Peking eine Kooperationsvereinbarung im Beisein des österreichischen Bundeskanzlers und Bundespräsidenten sowie hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung.

Asien ist global die dynamischste Region und China als zweitgrösste Volkswirtschaft weltweit eines der Gravitationszentren Asiens.

Aus diesem Grund verstärkt ASPOMA sein Profil als der führende Asienexperte im deutschsprachigen Raum durch eine strategische Kooperation mit Shanghai LangSheng Investment, einem führenden Private Equity Unternehmen in China mit Sitz in Shanghai. LangSheng Investment ist spezialisiert auf die Bereiche E-Commerce, Big Data, Gesundheitswesen und Dienstleistungen, die auch bei ASPOMA einen Schwerpunkt bilden.

Die Kooperationsvereinbarung umfasst eine enge Zusammenarbeit der beiden Investmentfirmen bei der Identifikation, Prüfung (Due Diligence) und Bewertung von Investmentopportunitäten. Für ASPOMA und ASPOMAs Kunden bedeutet diese Kooperation einen noch besseren Zugang in China zu Unternehmen und Unternehmern, Sektorexperten und Regierungsvertretern.

Die Vereinbarung wurde im Beisein des österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen, des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung in Peking unterzeichnet.


Bild 1: Harald Staudinger von ASPOMA und Herr Ping Fan (Shanghai LangSheng Investment) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Beisein von Vertretern der österreichischen und chinesischen Regierung


Bild 2: Bundeskanzler Sebastian Kurz gratuliert ASPOMA und LangSheng zur Zusammenarbeit


Bild 3: LI Xiaosi, der chinesische Botschafter in Österreich, wünscht ASPOMA und LangShen viel Erfolg bei der Zusammenarbeit

Auch in den chinesischen staatlichen und privaten Medien wurde darüber berichtet (Video von 1:10 bis 2:20 min): Link zur Einstiegsseite des TV-Beitrags



Shanghai Langsheng Investment ist eine private und unabhängige Investmentgesellschaft. Sie gehört in China zu den führenden Investoren im den Bereichen Life Science, Big Data und Konsum. LangSheng unterstützt und finanziert den Aufbau von Unternehmen der nächsten Generation. Link zur Homepage von LangSheng

ASPOMA ist ein auf Asien spezialisierter Asset Manager mit der Zielsetzung, gemeinsam mit den Kunden optimale Investmentlösungen für diese Region zu entwickeln. ASPOMA hat eine langjährige relevante Erfahrung auf Partnerebene in allen Bereich des Portfoliomanagements und der Unternehmensanalyse mit einer breit abgestützten Asienexpertise.

Der Artikel “ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus” ist hier auch als druckbare PDF-Version verfügbar.

Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie verfügbar.

Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

2018/01/23

Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 22% und europäische Aktien sogar um 72% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

In der Analyse gehen wir auf die Gründe näher ein.

 

Schlägt jetzt die Stunde Japans? (PDF, 650 KB)
 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!” – www.e-fundresearch.com
“Japan ist in den nächsten Jahren die bessere Alternative” – www.dasinvestment.com
“Nippon is back!” – www.globalinvestor.de

Warum die Wahlen in Japan Anleger kalt lassen

2017/10/12

Japans Krieg gegen die Barreserven hilft den Aktionären:

Die bevorstehende Unterhauswahl in Japan beunruhigt die Anleger in keinster Weise. Der Markt scheint stabil. Doch wieso bleiben die Kurse auf den Inseln so ruhig?

Ein Artikel auf faz.net geht dem nach: Hier geht es zum Artikel.

Chinesische Inlandsaktien werden in MSCI Indizes aufgenommen

2017/06/28

Der Indexanbieter MSCI hat letzte Woche bekanntgegeben, 222 große chinesische „Festlandaktien“ (A-Shares) in den MSCI China Index und den MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Mittelfristig könnten rund 450 größere und mittlere Unternehmen folgen.
 
MSCI rechnet damit, dass in einem ersten Schritt dem Inlandsmarkt rund 18 Milliarden US-Dollar zufließen werden, bei einer vollen Berücksichtigung chinesischer Inlandsaktien könnten dies bis zu 340 Milliarden US-Dollar sein!
 
Für internationale Investoren wirft diese Entscheidung die Frage auf, ob sie in China nicht attraktive Renditechancen verpassen. Denn viele Investoren sind nach einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung stark untergewichtet, und dies obwohl chinesische Aktien dieses Jahr bereits eine Rendite von rund +23% erzielt haben (MSCI China) und der Markt zu einem der billigsten Märkte weltweit gehört – das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. das Preis-Buch-Verhältnis für 2017E liegen für den MSCI China bei von 13,6x bzw. 1,66x, bei amerikanischen Aktien (S&P 500) beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. der Preis-Buch-Verhältnis dagegen 18,77x bzw. 2,98x. Darüber hinaus macht China durch politische und strukturelle Reformen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig ist China bereits heute die zweitgrößte Volkswirtschaft und wird auf absehbare Zeit die Entwicklungen in Asien dominieren.
 
Für die chinesische Regierung, die umfassende angebotsseitige Reformen und eine schrittweise Liberalisierung des Kapitalmarkts anstrebt, ist die Einbeziehung chinesischer Inlandsaktien in internationale Aktienindizes ein herausragender Erfolg.
 
Der ASPOMA China Opportunities Fund bietet die Möglichkeit, in Sektoren und Unternehmen zu investieren, die von den zukünftigen Schwerpunkten Chinas überdurchschnittlich profitieren und Aspekte wie Dienstleistungen, Konsum, Gesundheit, Modern Manufacturing, Automatisierung und „Green Economy“ abdecken.
 
Details zur MSCI Berücksichtigung:

  • Einbezogene Aktien: Zunächst 220 große Festlandsunternehmen; mittelfristig könnten weitere rund 450 größere und mittlere Unternehmen hinzukommen.
    Implementierung: die ersten zwei Schritte wurden mit Mai und August 2018 fixiert. Weitere werden folgen.
  • Indexgewichtung von Festlandaktien: 2,5% des MSCI China Index bzw. 0,7% des MSCI Emerging Markets Index. Bereits heute machen China-bezogene Aktien 27% des Index für Schwellenländer aus. Bei voller Berücksichtigung der Marktkapitalisierung Chinas wird der Anteil am MSCI Emerging Markets Index in den nächsten Jahren auf über 40% steigen.
  • Erwarteter Mittelzufluss: Rund 17-18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Mittelfristig bis zu 340 Milliarden US-Dollar.
  • Politische Bedeutung: Anerkennung Chinas Bemühungen, seine Kapitalmärkte zu öffnen und ihre Transparenz und Regulierung zu verbessern. Vor wenigen Wochen wurde auch eine Öffnung der Anleihemärkte angekündigt (Bond-Connect). Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde die chinesische Währung Renminbi offiziell in den Währungskorb des IWF aufgenommen.
  • Implikationen für Investoren: Investoren können Chinas Wachstum und die Größe des chinesischen Kapitalmarkts (#2 weltweit nach den USA) bei Anlageentscheidungen nicht ausblenden.

Automatisierung – wo steht China?

2017/06/20

Die Wachstumsraten im Bereich Automatisierung in China sind hoch, das Volumen ist jedoch noch gering, insbesondere relativ zur Größe des Landes – das aber bedeutet „viel Potential für die Zukunft“.

 

Automatisierung – wo steht China? (PDF, 600 KB)

 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Diese Chancen bietet die Automatisierung in China” – www.dasinvestment.com
“Chinas Automatisierung nach Plan” – www.finanzen.net
“Automatisierung – Wo steht China?” – www.globalinvestor.de

E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

2017/03/19

China rast bei der Elektromobilität allen davon und befindet sich auf dem besten Weg zur globalen Marktführerschaft. Deutschland muss auf diesem Gebiet stark aufholen. Ein Gastbeitrag.

Link zu FAZ Artikel: E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

Das neue China – Was Investoren nicht übersehen sollten

2017/02/22

Chinesische Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Während europäische Aktien (EuroStoxx) in diesem Zeitraum bei lediglich +11% liegen, steigt der MSCI China Index um 23%. Seit Jahresanfang 2017 sehen wir ein ähnliches Bild: Chinesische Aktien stiegen bisher 6,9%, der EuroStoxx Index liegt bei -1,0%. Das Interesse am chinesischen Aktienmarkt ist zurückgekehrt.

Wir haben in den vergangenen Monaten eine Reihe von Kolumnen über interessante Anlagemöglichkeiten am chinesischen Aktienmarkt publiziert und eine Auswahl hier nochmals zusammengestellt. Diese beschäftigen sich u.a. mit unserer Anlagephilosophie, warum in China eine deutlich andere Portfoliostruktur als jene der gängigen Indizes notwendig ist und beleuchten neben der chinesischen Seidenstraßeninitiative jene Bereiche, auf die sich internationale Investoren bei Ihren Chinainvestments konzentrieren sollten: E-Commerce, Technologie, Gesundheitswesen sowie Dienstleistungen.

Das neue China – Was Investoren nicht übersehen sollten (PDF, 800 KB)

Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße!

2016/12/27

Von Harald Staudinger

„One Belt, One Road“: So heißt der brillante Plan, mit dem China den eurasischen Wirtschaftsraum erschließen will – zum eigenen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Länder entlang dieser neuen Seidenstraße, die China näher an Westeuropa heranrücken soll. Nach unserer Einschätzung zeigen die bereitgestellten Mittel deutlich, dass es China sehr ernst ist mit dem Ausbau der gigantischen Infrastruktur zwischen Peking, Moskau und Venedig. Für Finanzinvestoren bietet das junge Projekt viele Chancen – in China und Europa!

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, mir mit einer österreichischen Wirtschaftsdelegation einen Eindruck über die Dimensionen der Seidenstraße-Initiative zu verschaffen. Diese „Silk Road Exploration Tour“ führte uns von Peking, Xi’an und Urumqi über Khorgos an der kasachischen Grenze bis nach Almaty, dem wirtschaftlichen Zentrum Kasachstans. Ziel war es zu ergründen, wie europäische Investoren und Unternehmen von der „One Belt, One Road“-Initiative (OBOR) profitieren können.

Karte der neuen Seidenstraße

Karte der neuen Seidenstraße



Gigantische finanzielle Mittel für die neue Seidenstraße
Für uns bei ASPOMA Asset Management steht inzwischen außer Frage, dass das Projekt vielen Ländern und Unternehmen in China, Zentralasien und Europa enorme Vorteile bescheren wird. Das zeigen schon die finanziellen Dimensionen: Der „Silk Road Fund“, ein chinesischer Staatsfonds, verfügt derzeit über 40 Milliarden US-Dollar an eigenen Mitteln. Die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), der 45 Mitglieder aus Asien und Europa angehören, hat 100 Milliarden Dollar zur Verfügung, die über den Kredithebel wirken können wie eine ganze Billion. China hat mit rund 30 Prozent den größten Anteil an der AIIB. Last but not least sind die China Development Bank, die Bank of China sowie ICBC involviert – alles Institute, die das Jahrhundert-Projekt dank Pekings politischem Einfluss unterstützen werden.

So bedeutend wie der Fall des Eisernen Vorhangs
„One Belt, One Road“ ist in seinen Dimensionen eigentlich nur mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa vergleichbar. So waren die Grenzen zwischen China und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bis vor Kurzem noch komplett geschlossen. Die Öffnung der Länder entlang der Seidenstraße für Handel und Investitionen mittels Freihandelszonen wird dort spürbaren Wohlstand und zusätzliche Nachfrage für die Weltwirtschaft schaffen. Zudem gelingt es China, ein drängendes Problem zu lösen: Das Land kann durch den Aufbau der Infrastruktur in anderen Ländern einen wesentlichen Teil seiner eigenen Überkapazitäten exportieren. So dürften viele Aufträge für den Bau von Schienenwegen und Straßen sowie die Errichtung von Netzen für die Energieversorgung und Telekommunikation an chinesische Unternehmen gehen. Profitieren sollten aber auch Industrieunternehmen aus Asien und Europa, deren hoch spezialisierte Produkte für ein solches Infrastruktur-Mammutprojekt unverzichtbar sind.

Die neuen Seidenstraße

Die neuen Eisenbahn-Seidenstraße



Leichterer und schnellerer Handel
Unterm Strich wird OBOR den asiatisch-europäischen Handel nicht nur erleichtern, es wird ihn auch deutlich beschleunigen. So entsteht an der Grenze zwischen Westchina und Kasachstan in Khorgos derzeit ein gigantischer Dry Port, wo die Eisenbahn-Container wegen der unterschiedlichen Spurbreiten von der chinesischen auf die kasachische Bahn umgeladen werden. Dadurch gelangen Waren nun auch auf dem Schienenweg von China nach Europa – und zwar bald innerhalb von 10 Tagen. Das ist zum einen deutlich schneller als per Schiff (40 Tage), womit bislang schwere und sperrige Güter transportiert werden. Zum anderen ist dies nur unwesentlich langsamer als mit dem Flugzeug (5 Tage), aber bei weitem günstiger. Asien und Europa kommen sich dadurch sehr nahe, die Wettbewerbsposition europäischer und chinesischer Unternehmen verändert sich damit deutlich.

„One Belt, One Road“ – das Beste kommt noch!
Aus Sicht von Finanzinvestoren dürfte die beste Nachricht jedoch sein, dass das Projekt uns über viele Jahre beschäftigen wird, aber derzeit noch in den Kinderschuhen steckt. So wurden die Asian Infrastructure Investment Bank und der Silk Road Fund erst in den vergangenen zwei Jahren gegründet. Der Großteil des milliardenschweren Investitionsvolumens wird daher erst in den nächsten Jahren als Aufträge an die Unternehmen vergeben werden, was Anlegern genug Zeit lässt, um sich zu positionieren. Wir bei ASPOMA Asset Management analysieren im Detail, welche Unternehmen in China und Europa zu den Gewinnern und Verlierern des Ausbaus der neuen Seidenstraße zählen werden.

Zum Beitrag auf dasinvestment.com

Mehr zur neuen Seidenstraße in einem Artikel der FAZ: Handelswege der Zukunft – Chinas Neue Seidenstraße