Offene Stelle: Mitarbeiter/in im Fondsmangement und Middle Office

2019/12/06

Wir suchen ab sofort eine/einen Mitarbeiter/in im Fondsmanagement und Middle Office für eine Teilzeitbeschäftigung.

Sie finden die detaillierte Stellenausschreibung hier.

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Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

„Fette Weihnachtsgänse“ in Japan: Gaumenfreuden für Investoren

2019/11/26

Von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, ASPOMA Asset Management

Viele japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet; eine interessante Gruppe von Unternehmen sind extrem niedrig bewertete Tochterunternehmen von größeren Unternehmen wie Hitachi oder Toshiba. Die Ankündigung Toshibas, sämtliche Aktien im Streubesitz von drei ihrer vier börsennotierten Tochtergesellschaften aufkaufen zu wollen, ließ deren Kurse massiv steigen. Wir nehmen das zum Anlass, den Investment Case für solche Unternehmen etwas genauer vorzustellen.

Eine besonders interessante Gruppe von Unternehmen in Japan sind extrem tief bewertete Tochtergesellschaften größerer Unternehmen. Die Anzahl dieser Unternehmen liegt im dreistelligen Bereich.

Die «Mütter» besitzen häufig zwischen 40% und 60% der Aktien der Tochtergesellschaften. Diese Töchter sind häufig sehr tief bewertet und stark überkapitalisiert, besitzen also enormes Finanzvermögen, welches sie nicht benötigen.

Die Logik, deren Wert zu heben, ist mehr als einleuchtend: Entweder dadurch, dass die Mutter die mit flüssigen Mitteln vollgestopfte Tochter mit einer deutlichen Prämie von der Börse nimmt. Alternativ kämpfen Finanzinvestoren wie KKR und Bain Capital darum, diese Unternehmen kaufen zu können. In beiden Fällen profitieren die Minderheitsaktionäre, da ein Übernahmeangebot mit einer Prämie gestellt werden muss.Der Artikel wird nach der Anzeige fortgesetzt.

Nachdem derartige Wertrealisierungen in Japan in der Vergangenheit undenkbar waren, werden sie seit ein bis zwei Jahren immer häufiger. Der von der Regierung Abe eingeführte Corporate Governance Code zeigt Wirkung. Investoren (v.a. Aktivisten und Private Equity Unternehmen) können nun stärkeren Druck auf die Unternehmen ausüben, effizienter und renditestärker zu werden.

Toshiba Plant Systems & Services ist eine solche fette Gans
Toshiba Plant ist ein großartiges Unternehmen. Das Anlagenbau- und Wartungsgeschäft von Toshiba ist in den letzten zehn Jahren jedes Jahr gewachsen und hat immer eine operative Marge von über 8% erzielt.

Die Bilanz von Toshiba Plant ist mit Cash und anderen frei verfügbaren finanziellen Vermögenswerten «vollgestopft».

Ein Eigenkapital von umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar finanziert ein fürs operative Geschäft benötigtes Vermögen von 557 Millionen US-Dollar und frei verfügbare flüssige Mittel und Finanzanlagen von 883 Millionen US-Dollar.

Auf das operative Vermögen erzielt Toshiba Plant eine Rendite nach Steuern (!) von 22%, auf das Finanzvermögen eine Rendite nach Steuern von nur 1%. Die Rendite des Eigenkapitals nach Steuern von 9% spiegelt aufgrund der niedrigen Rendite des Finanzvermögens die Leistungsfähigkeit des operativen Geschäfts nicht annähernd wider. 

An der Börse wurde Toshiba Plant per Ende Oktober mit umgerechnet 1,9 Milliarden US-Dollar bewertet. Das entspricht einem Kurs-Buchwert-Multiplikator von 1.3x und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14.5x. 

Das Wertpotential ist unmittelbar ersichtlich 
Entnimmt man beim gegenwärtigen Kurswert das nicht benötigte Finanzvermögen, dann hat man ein Unternehmen, das mit seinem operativen Geschäft eine Rendite von 22% nach Steuern erzielt und dann mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8.5x und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von knapp 1.9x bewertet ist. 

Ein angemessener Wert für ein Unternehmen mit einem Wachstum von 4%, einer operativen Gewinnmarge von über 8% und einer Kapitalrendite von 22% (nach Steuern) ist bei weitem höher. 

Die Gans wird nun geschlachtet 
  • Bereits am 1. Oktober hatte Toshibas CEO Nobuaki Kurumatani angekündigt, die erfolgreiche Strategie von Hitachi, börsennotierte Tochtergesellschaften entweder vollständig zu übernehmen oder sie an Finanzinvestoren zu verkaufen, ebenfalls anzuwenden.
  • Am Montag (11.11.) berichtete Kyodo News unter Berufung auf eine “nicht identifizierte Person”, dass “Toshiba erwägt, seine börsennotierten Einheiten wie Toshiba Plant Systems und Nishishiba Electric (6591) in hundertprozentige Tochtergesellschaften umzuwandeln. 
  • Am Dienstag (12.11.) stiegen die Kurse von Toshiba Plant daraufhin um 17%. Die Kurse der Tochtergesellschaften Nuflare bzw. Nishishiba stiegen um 18% bzw. 29%.
  • Am Mittwoch (13.11.) kam die Bestätigung, dass Toshiba ihre drei Tochtergesellschaften vollständig übernehmen will. Die Kurse steigen nochmals um 10 bis 15%.
Durch diese Ankündigung hat nicht nur Toshiba Plant sondern auch ihr „Schwester“-Unternehmen Nulfare Technology, das wir bereits im vergangenen Jahr im Rahmen unserer Due Diligence besucht hatten, eine deutliche Neubewertung erfahren. Der Wertzuwachs bei Nuflare liegt seit Jahresanfang bei +130%. Es gibt in Japan noch eine große Anzahl von Tochterunternehmen, bei denen wir ähnliche Entwicklungen. Angesichts der tiefen Bewertungen und der großen Anzahl an überkapitalisierten Tochtergesellschaften war Toshiba Plant sicher nicht die letzte „fette“ Gans, die geschlachtet und Investoren erfreuen wird.

Guten Appetit!

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Fette Weihnachtsgänse in Japan gaumenfreuden für Investoren” – www.e-fundresearch.com

Aktienrückkäufe in Japan steigen dreistellig

2019/11/10

Von Dr. Harald Staudinger und Koya Tabata von Aspoma Asset Management


Share Buy-Backs greifen nicht nur in den USA um sich, sondern auch in Japan ist eine steigende Tendenz zu beobachten.

Japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet: “Wir sind fasziniert, wie viele Hidden Value Opportunities wir in Japan finden. Diese de facto schuldenfreien Unternehmen verfügen durchwegs über liquides Netto-Finanzvermögen – vor allem Cash – in Höhe von 30 bis 50 Prozent ihres Börsenwertes”, analysieren Staudinger und Tabata. Kein Wunder also, dass die bisher in 2019 in Japan angekündigten Aktienrückkäufe um über 160 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen.


Beispiel DeNA: Aktienrückkäufe massiv angehoben
DeNa ist ein etablierter Entwickler und Anbieter von Computerspielen für mobile Endegräte. Man entwickelt und vermarktet gemeinsam mit Nintendo beliebte Smartphone-Online-Spiele wie etwa Mario Kart Tour oder Pokémon und hält wertvolle Beteiligungen an anderen Unterhaltungsunternehmen. Im Mai hatte DeNA angekündigt, Aktien von rund 50 Milliarden Yen (ca. 420 Millionen Euro) zurückzukaufen, etwas mehr als 17 Prozent ihres aktuellen Börsenwerts und 23 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien. Nun ist es soweit: DeNA hat mit dem Rückkauf von Aktien begonnen. Im vergangenen Monat wurden erstmals rund 63.000 Aktien für 126 Millionen Yen (ca. eine Million Euro) zurückgekauft, bisher nur ein Bruchteil des Gesamtvolumens. ​DeNA hat bis zum Auslaufen der Frist für das Aktienrückkaufprogramm noch sechs Monate Zeit und kann zum derzeitigen Kurs noch rund 25 Millionen (!) Aktien zurückkaufen. Selbst wenn dies dem Kurs nicht zum Steigen verhelfen sollte, hat das Management sehr viel Pulver im Trockenen, um zumindest stärkere Kursrückgänge abzumildern (25 Millionen Aktien entsprechen drei vollen Wochen Handelsvolumen).


Bewertung von DeNA im Detail
“Die Bewertung von DeNA an der Börse beträgt 2,4 Milliarden Euro”, so Staudinger. “Dem steht gegenüber eine Netto-Cash Position von aktuell 800 Millionen Euro, eine Beteiligung an Nintendo im Wert von 600 Millionen Euro. Dazu kommt eine 21-prozentige Beteiligung an CyGames, einem Online-Spielentwickler, dessen Wert ebenfalls auf mindestens 600 Millionen Euro geschätzt wird.” Somit werde DeNAs operatives Geschäft nur mit rund 400 Millionen Euro bewertet, was angesichts eines jährlichen Gewinns von rund 100 Millionen Euro und eines Free Cash Flows von rund 130 Millionen Euro sehr tief erscheine.


Nur ein Beispiel von vielen interessanten Anlagemöglichkeiten in Japan
Tabata dazu: “DeNA ist eines von vielen extrem tief bewerteten Unternehmen in Japan, bei denen eine verbesserte Shareholder Value-Orientierung zu einer enormen Neubewertung aufgrund der sehr tiefen Bewertung des Kerngeschäfts, des hohen Cash Bestands in der Bilanz und des großen Aktienrückkaufsprogramms von bis zu 23 Prozent des Free Floats ​führen kann.


Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Aktienrückkäufe steigen um 164%” – www.e-fundresearch.com
“Eines von vielen extrem tief bewerteten Unternehmen in Japan” – www.dasinvestment.com
“Aktienrückkäufe in Japan steigen dreistellig” – www.institutional-money.com

Mister „Big Short“ entdeckt Japan und geht long

2019/11/04

Von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, Aspoma Asset Management



Japanische Aktien sind unglaublich tief bewertet, ein interessantes Beispiel ist TOSEI. Wir haben vergangene Woche dessen Management in Tokio getroffen und nehmen dies zum Anlass, TOSEI, das auf der Kaufliste von vielen Value Investoren steht, auch zuletzt von Mister „Big Short“, Michael Burry, etwas genauer vorzustellen. Ein Kommentar von Clemens Kustner, Harald Staudinger und Koya Tabata, Aspoma Asset Management.

Einer von immer mehr Contrarian- und Value-Investoren, die in Japan aktiv werden, ist Michael Burry. Burry wurde durch seine erfolgreiche Wette auf das Platzen der Immobilienblase in USA vor und während der weltweiten Finanzkrise reich und durch den Hollywood Streifen über das Buch von Michael Lews „The Big Short“ bekannt.

Auch jetzt ist er wieder aktiv – allerdings dieses Mal auf der Käuferseite. Seit einigen Wochen taucht sein Investmentfonds Scion Capital Management bei acht japanischen Unternehmen im Aktienregister auf. Seine größte Position dabei ist TOSEI, eines von vielen Beispielen von unglaublich tief bewerteten japanischen Unternehmen. Die Autoren haben das Management von TOSEI in der vergangenen Woche in Japan im Rahmen ihrer Due Diligence getroffen.

TOSEIs Geschäftsmodell besteht zu einem wesentlichen Teil darin, im Großraum von Tokio etwa 20 bis 30 Jahre alte Immobilien zu erwerben, diese zu renovieren und zu revitalisieren und sie dann nach 1 ½ bis 2 Jahren mit einer sehr attraktiven Marge wieder zu verkaufen; diese Nische ist sehr interessant, weil es große Nachfrage nach solchen Immobilien gibt.


Marktwert der Immobilien 70% über ihren bilanzierten Werten

Der Marktwert ihres Immobilienbestandes für den Wiederverkauf liegt deutlich über deren Buchwert in der Bilanz. Aktuell besitzt TOSEI 129 Immobilien, die in der Bilanz mit 75 Mrd. Yen ausgewiesen werden. Der derzeitige Marktwert dieser Immobilien, die in den nächsten 2 Jahren wieder verkaufen werden, liegt mit rund 130 Mrd. Yen um 70% darüber. Obwohl der Aktienkurs seit Jahresanfang schon um 60% gestiegen ist, wird das Unternehmen lediglich mit einem Aufschlag auf die Buchwerte von 10 Prozent gehandelt. Angesichts einer Eigenkapitalrendite von 14% und des hohen Marktwerts ihres Immobilienbestands ist eine deutliche höhere Bewertung für TOSEI gerechtfertigt.



Auch Private Equity Gigant Blackstone setzt auf TOSEI

Bei TOSEI ist jedoch nicht nur die Bewertung tief, TOSEI hat auch ein hervorragendes Managementteam. Im August hat Blackstone, eines der größten Private Equity Unternehmen der Welt, angekündigt, eine Milliarde US-Dollar in Logistikzentren in Japan zu investieren und TOSEI das Management dieses Portfolios übertragen. Schon jetzt managt TOSEI für Blackstone ein Portfolio an Wohnimmobilien in Japan. In Summe managet TOSEI ein Immobilienportfolio im Wert von 7,4 Mrd. US-Dollar und ist damit laut CLSA der größte Immobilienmanager in Japan.



Tiefe Bewertung trotz Rekordergebnissen

TOSEI hat gerade eben die besten Quartalsergebnisse in der Unternehmensgeschichte veröffentlicht. Obwohl das Unternehmen seit der internationalen Finanzkrise seine Umsätze verdreifachte, seine operative Marge auf 17% vervierfachte und seine operativen Gewinne versechsfachte liegt das KGV bei lediglich 8x und der Börsenwert um 15 Prozent unter dem (um nicht realisiere Gewinne berichtigten) Buchwert.

TOSEI ist nur eine von vielen interessanten Investmentchancen in Japan, denn etwa 60 Prozent der Unternehmen im Topix Index werden unter ihren bilanziellen Werten bewertet. Ähnlich wie Michael Burry werden immer mehr internationale Value Investoren, Private Equity Häuser und aktivistische Investoren in Japan aktiv. Ihre Aktienkäufe und Interaktionen mit den Unternehmen führen zu höheren Dividenden und Aktienrückkäufen (per Ende Oktober ein Anstieg von +164% im Vergleich zum Vorjahr), zu höheren Kapitalrenditen und höheren Bewertungen.


Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.globalinvestor.de
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.institutional-money.com
“Mister „Big Short“ entdeckt Japan – und geht long!” – www.finanzen.net

Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen

2018/09/20

von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

Die chinesische Wirtschaftsleistung (BIP) liegt in 2018 bei über USD 14‘000 Mrd. Die Nettoexporte von China nach USA liegen bei „nur“ circa USD 320 Mrd. Diese Größenrelationen zeigen, dass die US-Strafzölle die Wirtschaftsentwicklung Chinas nicht nachhaltig beeinflussen werden können. Die Aktienmarktkorrektur der vergangenen Wochen scheint überzogen. Die Fundamentaldaten zeigen jedenfalls in eine andere Richtung.

Der chinesische Aktienmarkt (MSCI China) hat seit Beginn dieses Jahres um 14% und seit Anfang Juni um ca. 20% korrigiert. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die folgenden Faktoren:

Der wichtigste Grund ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zusätzlich belastet das „Fed Tightening“ und steigende Zinsen in den USA die Emerging Markets. Daneben haben die Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar seit Juni und eine leichte Abschwächung des Wachstums in den ersten Quartalen nach einem überdurchschnittlich starken Wachstum im Jahr 2017 ebenfalls eine Rolle gespielt.

Der Markt hat übertrieben reagiert
Aus fundamentaler Sicht ist diese starke Marktreaktion nicht gerechtfertigt. Vielmehr hat sich der Markt, anders als in vergleichbaren Situationen, deutlichen von den Fundamentaldaten wegbewegt. Auch wenn das Verhalten der USA im Handelskonflikt den Markt kurzfristig weiter verunsichern kann, ist China auf dem jetzigen Niveau im historischen Vergleich und im Vergleich zu anderen Märkten tief bewertet.

Diese Einschätzung ist auf die folgenden Daten gestützt:

1. Der Handelskonflikt hat nur marginal Auswirkungen auf China; die negativen Folgen werden massiv überschätzt.
Die „schlechte Nachricht“ ist, dass es beim Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht (nur) um Handelsthemen geht, sondern letztlich um geopolitische und geo-ökonomische Fragen; entsprechend schwierig kann deshalb eine Einigung sein. Als Investor sollte man sich deshalb den „Worst Case“ ansehen!
Die „gute Nachricht“ ist, dass China eine riesige Binnenwirtschaft ist, die Nettoexporte machen nur 3% des Bruttosozialprodukts aus.
Außerdem: Der Anteil der Exporte Chinas, die in die USA gehen, sinkt kontinuierlich; mittlerweile ist das Exportvolumen mit dem benachbarten asiatischen Raum mehr als zweimal so groß wie mit den USA.
Die negativsten Schätzungen von Ökonomen gehen von einem Rückgang des Wachstums in China von 0,5% aus (2018 liegt das reale Wirtschaftswachstum bei ca. 6,5%).

2. Die chinesische Regierung reagiert proaktiv auf die negativen Auswirkungen.
Die chinesische Regierung hat bereits im April begonnen, durch gezielte Maßnahmen die Wirtschaft zu stützen. Zentrale Maßnahmen sind: 1) Steuersenkungen, um die Investitionskraft kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken. 2) Versorgung des Marktes mit Liquidität durch die Senkung der Mindestreservesätze. 3) Abwertung des RMB gegenüber dem US-Dollar. 4) Lockerungen bei der Genehmigung von Infrastrukturinvestitionen. 5) Anreize für Banken, die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen zu steigern.

Wesentlich ist, dass anders als bei früheren Stützungsmaßnahmen nicht ein-fach Geld ins System gepumpt wird, sondern die Gelder für strukturelle Verbesserungen eingesetzt werden – statt zu Kapazitätserweiterungen werden die Unternehmen beispielsweise zu Investitionen in die Automatisierung ihrer Anlagen ermutigt.
Die chinesische Zentralbank hat wie bereits erwähnt vermutlich gezielt eine Abwertung des RMB gegenüber dem US Dollar von rund 5% herbeigeführt, was die Zölle zu einem wesentlichen Teil kompensiert.
Ökonomen erwarten ein Wirtschaftswachstum von real 6,5% in 2018 für China; manche erwarten für das zweite Halbjahr sogar eine leichte Beschleunigung des Wachstums bzw. haben ihre Wachstumsannahmen nach oben revidiert. Das nominale Wirtschaftswachstum wird in 2018 bei ca. 10% liegen, was ein äußerst attraktives Umfeld für Unternehmen bietet, die Gewinne weiter deutlich zu steigern.

3. Die Marktreaktion – negative Kursentwicklung trotz stimulierender Geld- und Fiskalpolitik – ist im historischen Vergleich atypisch:

Verglichen damit, dass der Aktienmarkt in der Regel auf monetäre und fiskalische Lockerungen deutlich positiv reagiert hatte, ist die Entwicklung der letzten Monate sehr ungewöhnlich.
Dass der Markt von fundamental gerechtfertigten Niveaus stark abgewichen ist, zeigt sich auch daran, dass die Unternehmen in einer äußerst robusten Verfassung sind: Im ersten Halbjahr 2018 sind die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr um 23% gewachsen; für die Jahre 2019 und 2020 wird für den MSCI China ein Gewinnwachstum von 16% bzw. 14% erwartet; Strukturbereinigungen auf der Angebotsseite und das Investitionsverhalten der Unternehmen sorgen dafür, dass sich die Kapazitätsauslastungen schrittweise verbessern; gleichzeitig bauen die Unternehmen ihre Verschuldung ab und stärken ihre Bilanzen.
Die leichte Wachstumsabschwächung, die in den letzten Quartalen zu sehen war, ist ausschließlich auf einen Rückgang der staatlichen Investitionen zurückzuführen, was grundsätzlich positiv ist und notfalls auch Spielraum zum Gegensteuern bietet. Die Regierung hat begonnen, diesen Spielraum vorsichtig zu nutzen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

In Summe ist zu erwarten, dass sich die extremen Risikoprämien im Markt normalisieren und der Markt zu durch die Fundamentaldaten gerechtfertigte Niveaus zurückfindet (Bewertungsniveaus derzeit rund eine Standardabweichung unter dem langjährigen Mittel).

Zusammenfassung
Auch wenn der Handelskrieg von US-Präsident Trump ganz klar das Sentiment und die Risikoprämie negativ beeinflusst, ist es doch wichtig, die fundamentalen Fakten zu beachten. Die gesamten chinesischen Nettoexporte in die USA von circa 300 Mrd. USD stehen einer gesamten Volkswirtschaftsleistung von China von 14.000 Mrd. USD im Jahr 2018 gegenüber. Es sind also nur etwas mehr als 2%, über die Trump hier einen direkten Einfluss ausüben kann.
Wir bei ASPOMA sind fokussiert auf chinesische Unternehmen, die ihre Güter und Dienstleistungen an chinesische Konsumenten verkaufen, den bei weitem größten und am stärksten wachsenden Teil der chinesischen Wirtschaft. Die Auswirkungen des Handelskonflikts auf das Gewinnwachstum dieser Unternehmen sollten gering ausfallen.
 
Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:

“US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.dasinvestement.com
“Die US-Strafzölle werden China nicht stoppen” – www.fondsprofessionell.de
“Wie sich der Handelsstreit auf chinesische Aktien auswirkt” – www.globalinvestor.de
“Warum die US-Strafzölle China nicht stoppen werden” – www.e-fundresearch.com

Aktienmarkt Japan: Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung GmbH in Kooperation mit Dr. Harald Staudinger von ASPOMA Asset Management

Japanische Aktien wiesen, wie die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder, im Jahresverlauf teils deutliche Kursverluste auf. Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn fast 30 Milliarden Euro abgezogen. Das geht Citywire zufolge aus Daten der Japan Exchange Group Inc. hervor. Diese starken Abflüsse bedeuten den größten bisher jährlichen Verkauf seit 1987 – dem Jahr des berüchtigten Black Monday an der US-Börse; und sie wirken sich natürlich auch auf die Performance des Topix aus. Dieser verlor seit Jahresstart zwischenzeitlich fast 10 Prozent an Wert.

Japans grundsätzliche Attraktivität als Anlageregion

Japan gilt als einer der Hauptprofiteure der wirtschaftlichen Stärke Asiens (Chinas) sowie der wichtigen Zukunftstrends wie z.B. Digitalisierung, Elektromobilität oder auch Automatisierung. Japanische Unternehmen verfügen jeweils über die zugrundeliegenden Kerntechnologien. Der stete Wandel der Unternehmenskultur führt zu mehr Shareholder Value-Orientierung und damit einhergehend zu einer Neubewertung. Bessere Kapitaleffizienz, Abbau von Überkreuzbeteiligungen, steigende Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen vervollständigen das konstruktive Gesamtbild. Zudem beschleunigen „unfreundliche“ Übernahmen, Aktivitäten von Private Equity – Fonds und aktivistische Investoren diese Entwicklung zusätzlich. Niedrige Bewertungen, trotz steigender Margen und Eigenkapitalrenditen, machen Japan zum günstigsten „Developed Market“, obwohl sich die Profitabilität auf westlichem Niveau bewegt. Etwaige Bilanzrisiken fallen demgegenüber zugleich deutlich geringer aus. Nicht zuletzt besteht eine günstige Angebots-/Nachfragesituation bei japanischen Aktien aufgrund von Aktienrückkäufen der Unternehmen, steigenden Aktienquoten der Pensionsfonds, Aktien-ETF Käufen der Notenbank und einer derzeit weitgehenden Untergewichtung ausländischer Investoren.

Gegenwärtige Situation und Ausblick

Es kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass es kurz- bis mittelfristig durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin zu Verunsicherung und stärkeren Schwankungen kommen könnte. Die Auswirkungen auf die fundamentale Entwicklung der japanischen Unternehmen sollten sich jedoch in geringem Umfang bewegen. Würde der Zugang zum chinesischen Markt für amerikanische Unternehmen erschwert werden, könnten japanische Unternehmen sogar profitieren. Der breite gesellschaftliche und politische Konsens in Japan, die derzeitige Reformpolitik mittels einer lockeren Geldpolitik voranzutreiben, ist ein wesentlicher Unterschied zu den Rahmenbedingungen einerseits in den USA, in der die Gesellschaft tief gespalten ist und andererseits in Europa, wo die politische Stabilität (Brexit, Italien) zuletzt deutlich abgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan (BOJ) auf Sicht der nächsten Jahre weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik verfolgen wird. Das wirtschaftliche Umfeld in Japan mit steigenden Realeinkommen, starkem Exportwachstum und konservativen Gewinnschätzungen unterstützt eine positive Einschätzung für japanische Aktien. Es gibt global keinen anderen Kapitalmarkt mit einer so großen Anzahl an qualitativ hochwertigen Unternehmen und zugleich ausgesprochen niedrigen Bewertungen.

Zukunftsorientierte Geschäftsmodelle

In Japan sind eine große Zahl an Unternehmen mit exzellenten und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen beheimatet, so z.B. global führende Anbieter im Bereich der Robotik und Industrieautomation. Wir haben es in diesem Segment mit einem zyklischen Wachstumsmarkt zu tun, der uns noch viele Jahre begleiten wird. Die extrem breite Kundenbasis erleichtert unserem Top Pick den Zugang zum Vertrieb ihrer Produkte. Dieses schuldenfreie Unternehmen hat in Zukunft die finanzielle Kraft bei Forschung und Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen. Ein Beispiel ist die Entwicklung kollaborativer Roboter, die erstmals Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten. Aktienrückkäufe und höhere Dividenden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit den Wünschen der Aktionäre auch in Zukunft gerecht zu werden. Besonders positiv macht sich zudem die laufende Automatisierungswelle in China bemerkbar. Man spricht hier von Wachstumsraten von knapp 10% p.a.. Des Weiteren beurteilen wir Geschäftsmodelle aus dem Bereich „Humanoide Roboter“ positiv, wie auch Qualitätsführer im Bereich elektronischer Komponenten.

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.wallstreet-online.de
“Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne” – www.finanzwelt.de
“Was Japan-Investments aktuell so reizvoll macht” – www.dasinvestment.com

ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus!

2018/04/12

ASPOMA Asset Management und Shanghai LangSheng Investment unterzeichneten im Rahmen des offiziellen Besuchs von Österreichs Bundespräsident Van der Bellen am 8. April in Peking eine Kooperationsvereinbarung im Beisein des österreichischen Bundeskanzlers und Bundespräsidenten sowie hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung.

Asien ist global die dynamischste Region und China als zweitgrösste Volkswirtschaft weltweit eines der Gravitationszentren Asiens.

Aus diesem Grund verstärkt ASPOMA sein Profil als der führende Asienexperte im deutschsprachigen Raum durch eine strategische Kooperation mit Shanghai LangSheng Investment, einem führenden Private Equity Unternehmen in China mit Sitz in Shanghai. LangSheng Investment ist spezialisiert auf die Bereiche E-Commerce, Big Data, Gesundheitswesen und Dienstleistungen, die auch bei ASPOMA einen Schwerpunkt bilden.

Die Kooperationsvereinbarung umfasst eine enge Zusammenarbeit der beiden Investmentfirmen bei der Identifikation, Prüfung (Due Diligence) und Bewertung von Investmentopportunitäten. Für ASPOMA und ASPOMAs Kunden bedeutet diese Kooperation einen noch besseren Zugang in China zu Unternehmen und Unternehmern, Sektorexperten und Regierungsvertretern.

Die Vereinbarung wurde im Beisein des österreichischen Bundespräsidenten Van der Bellen, des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und hochrangiger Vertreter der chinesischen Regierung in Peking unterzeichnet.


Bild 1: Harald Staudinger von ASPOMA und Herr Ping Fan (Shanghai LangSheng Investment) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im Beisein von Vertretern der österreichischen und chinesischen Regierung


Bild 2: Bundeskanzler Sebastian Kurz gratuliert ASPOMA und LangSheng zur Zusammenarbeit


Bild 3: LI Xiaosi, der chinesische Botschafter in Österreich, wünscht ASPOMA und LangShen viel Erfolg bei der Zusammenarbeit

Auch in den chinesischen staatlichen und privaten Medien wurde darüber berichtet (Video von 1:10 bis 2:20 min): Link zur Einstiegsseite des TV-Beitrags



Shanghai Langsheng Investment ist eine private und unabhängige Investmentgesellschaft. Sie gehört in China zu den führenden Investoren im den Bereichen Life Science, Big Data und Konsum. LangSheng unterstützt und finanziert den Aufbau von Unternehmen der nächsten Generation. Link zur Homepage von LangSheng

ASPOMA ist ein auf Asien spezialisierter Asset Manager mit der Zielsetzung, gemeinsam mit den Kunden optimale Investmentlösungen für diese Region zu entwickeln. ASPOMA hat eine langjährige relevante Erfahrung auf Partnerebene in allen Bereich des Portfoliomanagements und der Unternehmensanalyse mit einer breit abgestützten Asienexpertise.

Der Artikel “ASPOMA baut Präsenz in China weiter aus” ist hier auch als druckbare PDF-Version verfügbar.

Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie verfügbar.

Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

2018/01/23

Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 22% und europäische Aktien sogar um 72% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

In der Analyse gehen wir auf die Gründe näher ein.

 

Schlägt jetzt die Stunde Japans? (PDF, 650 KB)
 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
“Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!” – www.e-fundresearch.com
“Japan ist in den nächsten Jahren die bessere Alternative” – www.dasinvestment.com
“Nippon is back!” – www.globalinvestor.de

Warum die Wahlen in Japan Anleger kalt lassen

2017/10/12

Japans Krieg gegen die Barreserven hilft den Aktionären:

Die bevorstehende Unterhauswahl in Japan beunruhigt die Anleger in keinster Weise. Der Markt scheint stabil. Doch wieso bleiben die Kurse auf den Inseln so ruhig?

Ein Artikel auf faz.net geht dem nach: Hier geht es zum Artikel.

Chinesische Inlandsaktien werden in MSCI Indizes aufgenommen

2017/06/28

Der Indexanbieter MSCI hat letzte Woche bekanntgegeben, 222 große chinesische „Festlandaktien“ (A-Shares) in den MSCI China Index und den MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Mittelfristig könnten rund 450 größere und mittlere Unternehmen folgen.
 
MSCI rechnet damit, dass in einem ersten Schritt dem Inlandsmarkt rund 18 Milliarden US-Dollar zufließen werden, bei einer vollen Berücksichtigung chinesischer Inlandsaktien könnten dies bis zu 340 Milliarden US-Dollar sein!
 
Für internationale Investoren wirft diese Entscheidung die Frage auf, ob sie in China nicht attraktive Renditechancen verpassen. Denn viele Investoren sind nach einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung stark untergewichtet, und dies obwohl chinesische Aktien dieses Jahr bereits eine Rendite von rund +23% erzielt haben (MSCI China) und der Markt zu einem der billigsten Märkte weltweit gehört – das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. das Preis-Buch-Verhältnis für 2017E liegen für den MSCI China bei von 13,6x bzw. 1,66x, bei amerikanischen Aktien (S&P 500) beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. der Preis-Buch-Verhältnis dagegen 18,77x bzw. 2,98x. Darüber hinaus macht China durch politische und strukturelle Reformen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig ist China bereits heute die zweitgrößte Volkswirtschaft und wird auf absehbare Zeit die Entwicklungen in Asien dominieren.
 
Für die chinesische Regierung, die umfassende angebotsseitige Reformen und eine schrittweise Liberalisierung des Kapitalmarkts anstrebt, ist die Einbeziehung chinesischer Inlandsaktien in internationale Aktienindizes ein herausragender Erfolg.
 
Der ASPOMA China Opportunities Fund bietet die Möglichkeit, in Sektoren und Unternehmen zu investieren, die von den zukünftigen Schwerpunkten Chinas überdurchschnittlich profitieren und Aspekte wie Dienstleistungen, Konsum, Gesundheit, Modern Manufacturing, Automatisierung und „Green Economy“ abdecken.
 
Details zur MSCI Berücksichtigung:

  • Einbezogene Aktien: Zunächst 220 große Festlandsunternehmen; mittelfristig könnten weitere rund 450 größere und mittlere Unternehmen hinzukommen.
    Implementierung: die ersten zwei Schritte wurden mit Mai und August 2018 fixiert. Weitere werden folgen.
  • Indexgewichtung von Festlandaktien: 2,5% des MSCI China Index bzw. 0,7% des MSCI Emerging Markets Index. Bereits heute machen China-bezogene Aktien 27% des Index für Schwellenländer aus. Bei voller Berücksichtigung der Marktkapitalisierung Chinas wird der Anteil am MSCI Emerging Markets Index in den nächsten Jahren auf über 40% steigen.
  • Erwarteter Mittelzufluss: Rund 17-18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Mittelfristig bis zu 340 Milliarden US-Dollar.
  • Politische Bedeutung: Anerkennung Chinas Bemühungen, seine Kapitalmärkte zu öffnen und ihre Transparenz und Regulierung zu verbessern. Vor wenigen Wochen wurde auch eine Öffnung der Anleihemärkte angekündigt (Bond-Connect). Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde die chinesische Währung Renminbi offiziell in den Währungskorb des IWF aufgenommen.
  • Implikationen für Investoren: Investoren können Chinas Wachstum und die Größe des chinesischen Kapitalmarkts (#2 weltweit nach den USA) bei Anlageentscheidungen nicht ausblenden.