Warum die Wahlen in Japan Anleger kalt lassen

2017/10/12

Japans Krieg gegen die Barreserven hilft den Aktionären:

Die bevorstehende Unterhauswahl in Japan beunruhigt die Anleger in keinster Weise. Der Markt scheint stabil. Doch wieso bleiben die Kurse auf den Inseln so ruhig?

Ein Artikel auf faz.net geht dem nach: Hier geht es zum Artikel.

Aktueller Termin: Fondsmanager Speed Dating Stuttgart 2017

2017/09/13

Vom Know-How der Fondsmanager persönlich profitieren

mit Dr. Harald Staudinger von ASPOMA Asset Management

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 10:30 – 15:30

Mövenpick Hotel Stuttgart Airport
Flughafenstrasse 50, 70629 Stuttgart

Einladung Fondsmanager Speed Dating Stuttgart 2017

Chinesische Inlandsaktien werden in MSCI Indizes aufgenommen

2017/06/28

Der Indexanbieter MSCI hat letzte Woche bekanntgegeben, 222 große chinesische „Festlandaktien“ (A-Shares) in den MSCI China Index und den MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Mittelfristig könnten rund 450 größere und mittlere Unternehmen folgen.
 
MSCI rechnet damit, dass in einem ersten Schritt dem Inlandsmarkt rund 18 Milliarden US-Dollar zufließen werden, bei einer vollen Berücksichtigung chinesischer Inlandsaktien könnten dies bis zu 340 Milliarden US-Dollar sein!
 
Für internationale Investoren wirft diese Entscheidung die Frage auf, ob sie in China nicht attraktive Renditechancen verpassen. Denn viele Investoren sind nach einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung stark untergewichtet, und dies obwohl chinesische Aktien dieses Jahr bereits eine Rendite von rund +23% erzielt haben (MSCI China) und der Markt zu einem der billigsten Märkte weltweit gehört – das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. das Preis-Buch-Verhältnis für 2017E liegen für den MSCI China bei von 13,6x bzw. 1,66x, bei amerikanischen Aktien (S&P 500) beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. der Preis-Buch-Verhältnis dagegen 18,77x bzw. 2,98x. Darüber hinaus macht China durch politische und strukturelle Reformen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig ist China bereits heute die zweitgrößte Volkswirtschaft und wird auf absehbare Zeit die Entwicklungen in Asien dominieren.
 
Für die chinesische Regierung, die umfassende angebotsseitige Reformen und eine schrittweise Liberalisierung des Kapitalmarkts anstrebt, ist die Einbeziehung chinesischer Inlandsaktien in internationale Aktienindizes ein herausragender Erfolg.
 
Der ASPOMA China Opportunities Fund bietet die Möglichkeit, in Sektoren und Unternehmen zu investieren, die von den zukünftigen Schwerpunkten Chinas überdurchschnittlich profitieren und Aspekte wie Dienstleistungen, Konsum, Gesundheit, Modern Manufacturing, Automatisierung und „Green Economy“ abdecken.
 
Details zur MSCI Berücksichtigung:

  • Einbezogene Aktien: Zunächst 220 große Festlandsunternehmen; mittelfristig könnten weitere rund 450 größere und mittlere Unternehmen hinzukommen.
    Implementierung: die ersten zwei Schritte wurden mit Mai und August 2018 fixiert. Weitere werden folgen.
  • Indexgewichtung von Festlandaktien: 2,5% des MSCI China Index bzw. 0,7% des MSCI Emerging Markets Index. Bereits heute machen China-bezogene Aktien 27% des Index für Schwellenländer aus. Bei voller Berücksichtigung der Marktkapitalisierung Chinas wird der Anteil am MSCI Emerging Markets Index in den nächsten Jahren auf über 40% steigen.
  • Erwarteter Mittelzufluss: Rund 17-18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Mittelfristig bis zu 340 Milliarden US-Dollar.
  • Politische Bedeutung: Anerkennung Chinas Bemühungen, seine Kapitalmärkte zu öffnen und ihre Transparenz und Regulierung zu verbessern. Vor wenigen Wochen wurde auch eine Öffnung der Anleihemärkte angekündigt (Bond-Connect). Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde die chinesische Währung Renminbi offiziell in den Währungskorb des IWF aufgenommen.
  • Implikationen für Investoren: Investoren können Chinas Wachstum und die Größe des chinesischen Kapitalmarkts (#2 weltweit nach den USA) bei Anlageentscheidungen nicht ausblenden.

Automatisierung – wo steht China?

2017/06/20

Die Wachstumsraten im Bereich Automatisierung in China sind hoch, das Volumen ist jedoch noch gering, insbesondere relativ zur Größe des Landes – das aber bedeutet „viel Potential für die Zukunft“.

 

Automatisierung – wo steht China? (PDF, 600 KB)

 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
„Diese Chancen bietet die Automatisierung in China“ – www.dasinvestment.com
„Chinas Automatisierung nach Plan“ – www.finanzen.net
„Automatisierung – Wo steht China?“ – www.globalinvestor.de

Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

2017/06/14

Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 42% und europäische Aktien sogar um 59% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

In der Analyse gehen wir auf die Gründe näher ein.

 

Schlägt jetzt die Stunde Japans? (PDF, 750 KB)
 

 

Dieser Artikel wurde auch als Gastkommentar veröffentlicht:
„Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!“ – www.e-fundresearch.com
„Japan ist in den nächsten Jahren die bessere Alternative“ – www.dasinvestment.com
„Nippon is back!“ – www.globalinvestor.de

E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

2017/03/19

China rast bei der Elektromobilität allen davon und befindet sich auf dem besten Weg zur globalen Marktführerschaft. Deutschland muss auf diesem Gebiet stark aufholen. Ein Gastbeitrag.

Link zu FAZ Artikel: E-Autos: Wer baut das Auto von morgen?

Das neue China – Was Investoren nicht übersehen sollten

2017/02/22

Chinesische Aktien haben in den vergangenen zwölf Monaten ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Während europäische Aktien (EuroStoxx) in diesem Zeitraum bei lediglich +11% liegen, steigt der MSCI China Index um 23%. Seit Jahresanfang 2017 sehen wir ein ähnliches Bild: Chinesische Aktien stiegen bisher 6,9%, der EuroStoxx Index liegt bei -1,0%. Das Interesse am chinesischen Aktienmarkt ist zurückgekehrt.

Wir haben in den vergangenen Monaten eine Reihe von Kolumnen über interessante Anlagemöglichkeiten am chinesischen Aktienmarkt publiziert und eine Auswahl hier nochmals zusammengestellt. Diese beschäftigen sich u.a. mit unserer Anlagephilosophie, warum in China eine deutlich andere Portfoliostruktur als jene der gängigen Indizes notwendig ist und beleuchten neben der chinesischen Seidenstraßeninitiative jene Bereiche, auf die sich internationale Investoren bei Ihren Chinainvestments konzentrieren sollten: E-Commerce, Technologie, Gesundheitswesen sowie Dienstleistungen.

Das neue China – Was Investoren nicht übersehen sollten (PDF, 800 KB)

Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße!

2016/12/27

Von Harald Staudinger

„One Belt, One Road“: So heißt der brillante Plan, mit dem China den eurasischen Wirtschaftsraum erschließen will – zum eigenen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Länder entlang dieser neuen Seidenstraße, die China näher an Westeuropa heranrücken soll. Nach unserer Einschätzung zeigen die bereitgestellten Mittel deutlich, dass es China sehr ernst ist mit dem Ausbau der gigantischen Infrastruktur zwischen Peking, Moskau und Venedig. Für Finanzinvestoren bietet das junge Projekt viele Chancen – in China und Europa!

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, mir mit einer österreichischen Wirtschaftsdelegation einen Eindruck über die Dimensionen der Seidenstraße-Initiative zu verschaffen. Diese „Silk Road Exploration Tour“ führte uns von Peking, Xi’an und Urumqi über Khorgos an der kasachischen Grenze bis nach Almaty, dem wirtschaftlichen Zentrum Kasachstans. Ziel war es zu ergründen, wie europäische Investoren und Unternehmen von der „One Belt, One Road“-Initiative (OBOR) profitieren können.

Karte der neuen Seidenstraße

Karte der neuen Seidenstraße



Gigantische finanzielle Mittel für die neue Seidenstraße
Für uns bei ASPOMA Asset Management steht inzwischen außer Frage, dass das Projekt vielen Ländern und Unternehmen in China, Zentralasien und Europa enorme Vorteile bescheren wird. Das zeigen schon die finanziellen Dimensionen: Der „Silk Road Fund“, ein chinesischer Staatsfonds, verfügt derzeit über 40 Milliarden US-Dollar an eigenen Mitteln. Die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), der 45 Mitglieder aus Asien und Europa angehören, hat 100 Milliarden Dollar zur Verfügung, die über den Kredithebel wirken können wie eine ganze Billion. China hat mit rund 30 Prozent den größten Anteil an der AIIB. Last but not least sind die China Development Bank, die Bank of China sowie ICBC involviert – alles Institute, die das Jahrhundert-Projekt dank Pekings politischem Einfluss unterstützen werden.

So bedeutend wie der Fall des Eisernen Vorhangs
„One Belt, One Road“ ist in seinen Dimensionen eigentlich nur mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Europa vergleichbar. So waren die Grenzen zwischen China und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bis vor Kurzem noch komplett geschlossen. Die Öffnung der Länder entlang der Seidenstraße für Handel und Investitionen mittels Freihandelszonen wird dort spürbaren Wohlstand und zusätzliche Nachfrage für die Weltwirtschaft schaffen. Zudem gelingt es China, ein drängendes Problem zu lösen: Das Land kann durch den Aufbau der Infrastruktur in anderen Ländern einen wesentlichen Teil seiner eigenen Überkapazitäten exportieren. So dürften viele Aufträge für den Bau von Schienenwegen und Straßen sowie die Errichtung von Netzen für die Energieversorgung und Telekommunikation an chinesische Unternehmen gehen. Profitieren sollten aber auch Industrieunternehmen aus Asien und Europa, deren hoch spezialisierte Produkte für ein solches Infrastruktur-Mammutprojekt unverzichtbar sind.

Die neuen Seidenstraße

Die neuen Eisenbahn-Seidenstraße



Leichterer und schnellerer Handel
Unterm Strich wird OBOR den asiatisch-europäischen Handel nicht nur erleichtern, es wird ihn auch deutlich beschleunigen. So entsteht an der Grenze zwischen Westchina und Kasachstan in Khorgos derzeit ein gigantischer Dry Port, wo die Eisenbahn-Container wegen der unterschiedlichen Spurbreiten von der chinesischen auf die kasachische Bahn umgeladen werden. Dadurch gelangen Waren nun auch auf dem Schienenweg von China nach Europa – und zwar bald innerhalb von 10 Tagen. Das ist zum einen deutlich schneller als per Schiff (40 Tage), womit bislang schwere und sperrige Güter transportiert werden. Zum anderen ist dies nur unwesentlich langsamer als mit dem Flugzeug (5 Tage), aber bei weitem günstiger. Asien und Europa kommen sich dadurch sehr nahe, die Wettbewerbsposition europäischer und chinesischer Unternehmen verändert sich damit deutlich.

„One Belt, One Road“ – das Beste kommt noch!
Aus Sicht von Finanzinvestoren dürfte die beste Nachricht jedoch sein, dass das Projekt uns über viele Jahre beschäftigen wird, aber derzeit noch in den Kinderschuhen steckt. So wurden die Asian Infrastructure Investment Bank und der Silk Road Fund erst in den vergangenen zwei Jahren gegründet. Der Großteil des milliardenschweren Investitionsvolumens wird daher erst in den nächsten Jahren als Aufträge an die Unternehmen vergeben werden, was Anlegern genug Zeit lässt, um sich zu positionieren. Wir bei ASPOMA Asset Management analysieren im Detail, welche Unternehmen in China und Europa zu den Gewinnern und Verlierern des Ausbaus der neuen Seidenstraße zählen werden.

Zum Beitrag auf dasinvestment.com

Mehr zur neuen Seidenstraße in einem Artikel der FAZ: Handelswege der Zukunft – Chinas Neue Seidenstraße

Chinas Börse: Vor der nächsten Kursexplosion?

2016/12/01

Von Clemens Kustner

China im November 2016: Neben erfreulichen Konjunkturzahlen und günstig bewerteten Aktien gibt es jetzt einen weiteren Grund für Anleger, sich im Reich der Mitte umzusehen. In Kürze dürfen Millionen von Chinesen Aktien kaufen, die an der Hongkonger Börse gelistet sind. Viele Titel dort werden mit satten Abschlägen gegenüber den Festlandsbörsen gehandelt – ein ideales Umfeld für spürbar steigende Kurse!

Festlands-Chinesen handeln Aktien an den Börsen in Shanghai und Shenzhen, während ausländische Investoren vor allem an der Hongkonger Börse aktiv sind. Die dort gehandelten H-Aktien sind in den meisten Fällen günstiger bewertet als Titel, die an den Festlandsbörsen gelistet sind. Versuche, die Börse in Hong Kong mit den Börsen auf dem Festland zu verbinden, gab es schon früher. Doch nun kommt die Öffnung der Börse in Hong Kong für chinesische Investoren richtig in Gang: Zwischen Hongkong und Shanghai besteht bereits seit 2014 ein sogenannter Connect. Damit konnten Festlands-Chinesen erstmals relativ frei an der Börse der früheren britischen Kolonie Aktien kaufen, die auf dem Festland nicht gehandelt werden oder in Hongkong eine günstigere Bewertung haben. Jetzt kommt die Verbindung zwischen Hong Kong und Shenzhen dazu.

Chinesen sind scharf auf Small Caps
Parallel zu diesem weiteren Connect zwischen den Börsen auf dem Festland und Hongkong werden fortlaufend technische und administrative Hürden abgebaut. Die Politik will so den chinesischen Kapitalmarkt Stück für Stück vereinheitlichen. Ziel ist, dass der Aktienhandel nicht nur die bisherige „Kapitalmarktgrenze“ zwischen Hong Kong und China überschreitet, sondern sich erheblich ausweitet. Erneut wird damit viel Geld vom Festland in Aktien fließen, die in Hongkong gelistet sind. Aus Sicht der Festlands-Chinesen besonders attraktiv: In Hongkong werden mehr als 80 Mid- und Small Cap-Aktien gehandelt, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Dazu gehört etwa Brilliance Automotive, ein Unternehmen, das mit BMW seit 2003 ein Joint-Venture betreibt.

In Hongkong kosten Aktien die Hälfte
Aus westlicher Sicht interessant sind vor allem die Bewertungsunterschiede an den beiden Börsen. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aller Aktien für die kommenden zwölf Monate an der Börse Shenzhen beläuft sich auf 22,5; in Hongkong liegt dieses KGV jedoch nur bei 11,6. Wenn nun der Connect zwischen den Börsen in Shenzhen und Hongkong Wirklichkeit wird, werden sich die auseinander klaffenden Bewertungen annähern – vermutlich indem das KGV in Shenzhen sinkt, während es in Hongkong (deutlich) steigt.

Gute Chancen dank krasser Unterschiede
Welche Chancen sich durch die bessere Handelbarkeit der Aktien ergeben können, lässt sich am besten mit Unternehmen illustrieren, deren Aktien auf dem Festland sowie in Hongkong gelistet sind. So werden die Aktien von Air China und Petrochina in Hongkong mit einem Abschlag von 30 bzw. 40 Prozent gegenüber dem Festland gehandelt – dort zahlen die Anleger also das Eineinhalbfache und mehr als in der früheren britischen Kronkolonie. Ausgeprägter noch sind die Abschläge bei Guangzhou Auto und Yanzhou Coal, die in Hongkong nur 40 Prozent bzw. 33 Prozent dessen kosten, was die Festländer derzeit zahlen.

Unsere Strategie setzt auf Mid Caps
Anleger aus dem Westen müssen sich natürlich nicht auf diese großen Namen beschränken. In unserer China-Strategie setzen wir auf Unternehmen mit hervorragenden Wachstumsaussichten und attraktiven Bewertungen, insbesondere aus dem Mid-Cap-Bereich. Dass nun bald (viel) Geld vom Festland in diese in Hongkong notierten Aktien fließen wird, macht diesen Herbst zu einem guten Zeitpunkt für Investitionen in China – insbesondere in die von uns favorisierten wachstumsträchtigen Mid Caps.

Zum Beitrag auf www.finanzwelt.de

Die Chinesen und das Internet – eine Love-Story!

2016/10/28

Von Clemens Kustner

Wer wissen will, wie wir künftig einkaufen, lernen und unser soziales Leben organisieren werden, sollte nach China schauen. Nirgendwo sonst ist der Trend zur Digitalisierung stärker als dort, nirgendwo sonst lassen sich die Menschen vorbehaltloser darauf ein. Die Chinesen und das Internet – das ist eine Love-Story, die auch Investoren gut gefallen dürfte.

Wagen wir ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns eine Volkswirtschaft vor, die mit dem Ausbau ihrer Infrastruktur erst vor wenigen Jahren begonnen hat. Anders als in Europa und Amerika gibt es weder ein effizientes Gesundheitswesen noch flächendeckend Supermärkte und Discounter. Ein Telefonnetz im klassischen Sinn ist ebenso wenig vorhanden wie ein dichtes Filialsystem der Banken. Klingt erst mal nicht so gut, aber: Regierung wie auch Unternehmen verfügen über erhebliche Mittel, um zu investieren. Zudem ist der Markt für solche und weitere Dienstleistungen etwa vier Mal so groß wie in den USA.

Wer ist hier das Entwicklungsland?
In eben dieser Situation befindet sich China! Während die Süddeutsche Zeitung Deutschland als „Internet-Entwicklungsland“ bezeichnet, weil der Glasfaser-Ausbau hier nur schleppend gelingt, verwandelt sich das Reich der Mitte rasant und doch relativ unbemerkt in eine internet-basierte Dienstleistungsgesellschaft. Zwischen der Provinz Sichuan im Westen und der Hafenstadt Schanghai im Osten müssen eben kaum alte Zöpfe aus der Offline-Welt abgeschnitten werden. Das aber heißt: Private und öffentliche Investitionen fließen anders als im Westen komplett in neueste Technologien, da kaum alte Infrastruktur vorhanden ist.

Doc Online ist für Chinesen ganz normal
Also lassen die Chinesen das gute alte Telefonnetz links liegen und bauen gleich sehr leistungsfähige Mobilfunknetze auf, mit denen sie ihrer Leidenschaft fürs Internet effektiv frönen können. Das stunden- oder gar tagelange Warten vor einer Klinik sparen sie sich, indem sie den Fleck auf ihrer Haut mit dem Smartphone fotografieren und dem Online-Doc schicken – nur wenn’s ernst scheint, suchen sie persönlich einen Arzt auf. Und immer mehr Verbraucher kaufen Lebensmittel lieber gleich vom Tablet oder PC aus als vor Ort, zumal sie so Staus und urbanes Gedrängel vermeiden. Dass Bankgeschäfte in China quasi nur online erledigt werden, versteht sich fast von selbst.

Internet – der neue Wachstumsmotor Chinas
Diese grundlegende Transformation Chinas spiegelt sich in dem atemberaubenden Tempo wider, in dem die dortige Internet- und Telekom-Branche wächst. Deutsche Investoren nehmen Konzerne wie Alibaba, Tencent, Ctrip oder Baidu bislang nur am Rande wahr. Dabei erschaffen diese Unternehmen umfassende Ökosysteme für Konsumenten und sind so auf dem besten Weg zu Quasi-Monopolen – stärker noch als etwa Alphabet (Google) oder Amazon. Alibaba etwa dominiert die Bereiche E-Commerce und Logistik, Cloud-Service und Finanzen; Tencent ist bei Spielen, sozialen Medien, Soft- und Hardware sowie digitalen Inhalten führend. Baidu, das die gleichnamige Suchmaschine betreibt, ist in den Online-to-Offline-Sektoren Gesundheit, Erziehung sowie lokale Lieferdienste stark vertreten.

Günstige Bewertung und großes Potenzial
Dieses Potenzial erkennt auch die Börse. Seit Jahresbeginn trägt der Internet-Sektor den Löwenanteil zum Plus von neun Prozent (in Dollar) bei, den der MSCI China-Index bis 30. September verbuchte. Ausgereizt ist das Potenzial unserer Meinung noch lange nicht. Denn Alibaba, aber auch andere kleinere und innovative Unternehmen profitieren stark von dem Trend zur forcierten Digitalisierung sowie der hohen Internet-Affinität der Chinesen – schon jetzt kaufen sie prozentual deutlich mehr online ein als Amerikaner. Wir sind daher davon überzeugt, dass die Umsätze und Gewinne in dem Sektor in den kommenden Jahren stark steigen werden.

Investoren, die sich längerfristig für aussichtsreiche Internet- bzw. Technologie-Investments interessieren, sind also gut beraten, einen Blick ins Reich der Mitte zu werfen. Mit unserer China-Strategie nehmen wir jene Unternehmen in den Fokus, die überdurchschnittlich von diesen Trends profitieren und zudem günstig bewertet sind.

Zum Beitrag auf www.dasinvestment.com